veröffentlicht am 23.11.2010 15:50 Uhr in
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Von: Frauke Schobelt
Werbung für den "Dümmsten anzunehmenden Fernsehzuschauer"
Heute huldigen wir Werbung der besonderen Art. Sie richtet sich an die Zielgruppe DAF. Damit ist der "Dümmste anzunehmende Fernsehzuschauer" gemeint. Werbung für den DAF läuft häufig auf - nun ja, zum Beispiel bei einem großen Kölner Privatsender. Etwa im Werbeblock der Serien "CSI" oder "Dr. House". Das Ziel der Werbung: Der DAF soll zum Telefonhörer greifen, eine Hotline anrufen und 50 Cent bezahlen. Je mehr DAFs dies tun, desto mehr verdient der Sender. Animiert wird er durch ein DAF-Gewinnspiel mit strunzdummen Fragen, die auch ein Huhn beantworten könnte. Dafür bekommt dann jeder 1.000.000ste DAF 5.000 Euro.
Damit der Zuschauer beim plötzlichen Szenenwechsel und Niveauabfall nicht zu sehr erschreckt oder sich gar beleidigt fühlt, wird ihm der Übergang durch eine hübsche Dame erleichtert, die sich passend zum Umfeld in einen Arztkittel hüllt. Im Hintergrund flimmern Bildschirme mit blinkenden Linien und Lichtern, die Operationssaal-Feeling vermitteln sollen. Vielleicht zeigen sie die Herzfrequenz der Moderatorin an. Oder den Kontostand des Callcenters. Oder den DAX. Genaues weiß man nicht.
Eine sonore Stimme kommt dann zum Höhepunkt. Der Frage. Wie heißt jemand, der zuckerkrank ist? a) Dramatiker b) Diabetiker. Was trägt ein Arzt bei der Arbeit? a) Einen Kittel. b) Eine Fahne. Wobei diese Frage fieserweise sogar ein wenig kniffelig ist. Denn man hört ja soviel von Ärzten mit Fahne. Auch kniffelig: Wer hilft bei der Geburt? a) Eine Hebamme b) Ein Taxifahrer.
Die DAF-Gewinnspiele machen sprachlos. Und wütend. Aber zumindest regen sie die Phantasie an. Man stellt sich vor, wie Dr. House mit seinem Krückstock in das Studio stürmt und für die Moderatorin ein MRT anordnet. Denn diese Fragen lassen auf einen Hirntumor schließen.
Schlagworte: Gewinnspiel Fernsehen
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