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Lena Herrmann veröffentlicht am 16.01.2012 10:20 Uhr in Blog
Von: Lena Herrmann

Wie wichtig ist der Agenturname?

Und wieder entsteht eine neue Agenturmarke: Unter dem Namen Red Lion und mit einer kleinen grünen Antilope als Key Visual präsentiert sich ab sofort die umbenannte Publicis-Tochter d.pole. Die Aussage "Stay hungry", unter der sich Red Lion positioniert, spielt auf den USP an, den sich die Agentur auf die Fahnen geschrieben hat: Kreation für Marken, die sich selbst als Herausforderer in ihrem Markt begreifen. Und dann gibt es da ja noch den Löwen im Publicis-Logo. Verantwortlicher Kopf hinter der Agentur und ihrem Namen ist Marc Feige, einst Geschäftsführer von d.pole, jetzt von Red Lion. Monatelang hat er an dem Auftritt gebastelt. Dem Zufall überlassen ist hier mit Sicherheit nichts. Und dass es den Namen schon einmal für die Discounter-Unit bei Publicis in Frankfurt gegeben hat, sieht er als Herausforderung.

Mit der Namensgebung bricht Feige einen Trend, der in der Vergangenheit deutlich sichbar war: Meistens greifen die Gründer bei der Namensgebung auf ihre eigenen Nachnamen zurück. Fantasienamen wie Red Lion, Zum goldenen Hirschen oder Heimat sind wesentlich seltener. Die Entscheidung, die Agentur nach sich selbst zu benennen, bedient dabei nicht nur die eigenen Eitelkeiten. Der Agenturchef, der seinen eigenen Namen im Agenturlogo trägt, macht seine Firma einzigartig und unverwechselbar. Das haben vor vielen Jahren schon die Saatchi-Brüder oder David Ogilvy verstanden. Das von vielen Kunden geschätzte Plus der Chefbetreuung steht hier sozusagen schon im Namen.

Agenturen mit einem Namen ohne Bezug zu den Inhabern oder Gründern müssen gerade am Anfang mehr für ihr Profil tun. Und der Markt muss lernen, die Gründer mit der Agentur in Verbindung zu bringen. In einem Geschäft, das vor allem "People Business" ist, ein durchaus relevanter Punkt. Sonst geraten die Neugründungen schneller in Vergessenheit, als ihnen lieb ist. Wer den Trumpf des eigenen Namens nicht ausspielt, vergibt eine große Chance.

Auch, wenn dabei nicht nur leicht über die Lippen gehende Namen wie Kolle Rebbe oder Jung von Matt entstehen. Sondern auch orthografisch heikle Zungenbrecher wie Kempertrautmann, Grimm Gallun Holtappels oder Lukas Lindemann Rosinski. Zumindest von letztgenannter Agentur ist zu vernehmen, dass sich die Gründer nicht sofort auf das Namensungetüm einigen konnten. Mittlerweile haben die Kreativen, die schon lange als LLR im Markt fungieren, aus der Not eine Tugend gemacht und die Länge der Namen preisgekrönt in ihre Corporate Identity eingearbeitet. Und auch Grimm Gallun Holtappels kürzt sich charmant 2gh ab. Kempertrautmann hingegen hat sich schon so sehr auf die Abkürzung KT eingeschossen, dass die Namen der Düsseldorfer und Berliner Dependancen gar nicht mehr aus dem ausgeschriebenen Namen bestehen; sondern nur noch aus den beiden Anfangsbuchstaben der Gründer.

Überhaupt Kempertrautmann: Wenn Mitte des Jahre Armin Jochum und Karen Heumann die Führungsriege der Agentur erweitern, dann muss ein neuer Name her, soviel war schon zu hören. Wie der dann lautet, ist noch ein gut gehütetes Geheimnis. Eines, das Anlass zu Spekulationen gibt. Alle vier ausgeschriebenen Namen würde selbst oben genannte Beispiele an Länge und Kompliziertheit übertreffen. Mit einem allgemeinen "& Partner" oder ähnlichem werden sich Jochum und Heumann kaum begnügen. Alle vier Anfangsbuchstaben in Reihe wird entweder politisch unkorrekt oder sieht schrecklich aus. Vielleicht kt&jh? Aber wie spricht man das aus? In diesem Fall haben es die nicht-personalisierten Agenturen dann vielleicht doch einfacher.

Schlagworte: Red Lion Publicis Lukas Lindemann Rosinski Grimm Gallun Holtappels Kempertrautmann Kolle Rebbe Karen Heumann Jung von Matt Armin Jochum

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