Andreas Henke: Eine Idee, die trägt
Beim Film "Last Call" für den Sender 13th Street erlebt der Zuschauer Horror interaktiv. JvM-CD Henke entwickelte gemeinsam mit Powerflash, Film Deluxe, NHB Postproduction, Telenet und Aixvox ein einzigartiges Set-up. Die Zuschauer schicken vor Filmstart ihre Telefonnummer an eine Kurzwahl - und können so später mit dem Hauptdarsteller in Echtzeit kommunizieren und ihm Anweisungen geben, die dieser sogleich ausführt.
Gleich vorweg: Henke ist bekennender Ostwestfale: "Ostwestfalen ist ein extrem unterschätzter Landstrich", sagt der Kreativdirektor bei Jung von Matt/Spree. Die Menschen dort seien geradlinig und willensstark. Eigenschaften, die Henke auch für sein Projekt "Last Call" brauchte. Schließlich dauerte es von der Idee bis zur Umsetzung gut 15 Monate, es mussten viele Partner für das ambitionierte Unterfangen gewonnen werden: den ersten interaktiven Horrorfilm. Doch der Einsatz hat sich gelohnt, ist Henke überzeugt. Nicht nur, weil die Technik funktioniert, "sondern auch die Idee stimmt, die das Ganze trägt".
Ähnlich zielstrebig hatte Henke seinen "Traumberuf" verfolgt. Schon als Teenager wollte er in die Werbung. Zwar studierte Henke den Eltern zuliebe etwas Solides, nämlich Wirtschaftswissenschaften in Mannheim. Parallel dazu aber arbeitete er in Agenturen mit und absolvierte diverse Praktika. Seine erste Station nach Mannheim: Rempen & Partner.
In Düsseldorf machte er seinen Anfang als Texter, um schon bald das Abenteuer einzugehen, in einer der besten spanischen Kreativagenturen "La Banda de Agustín Medina" Fuß zu fassen. Schließlich ist seine Frau gebürtige Spanierin.
Nicht die einzige Zäsur im beruflichen Werdegang Henkes. Denn ohne genau zu wissen, was ihn erwartet, wechselte der klassische Werber bald darauf in die Online-Welt zu Scholz & Volkmer. "Es waren Welten, die aufeinandertrafen", erinnert sich Henke, aus der Gegensätzlichkeit entstand kreative Spannung und jede Menge gute Arbeiten. Bei S&V konnte er Projekte für Premium-Kunden wie Mercedes und Coca-Cola umsetzen, die in der Klassik so wohl nicht möglich gewesen wären. Sagt er, und verweist stolz auf die vielen Preise, die er während der fünf Jahre in Wiesbaden gewann. "Es ist wichtig, Neues zu probieren", formuliert Andreas Henke eine seiner Maximen. Im Ausland zu arbeiten, zwischen klassischer und digitaler Werbung zu wechseln.
Einziger Wermutstropfen: die Pendelei nach Madrid. Als sich die Möglichkeit bot, nach Berlin zu Jung von Matt zu gehen, zögerten die Henkes nicht lange und sagten zu. Berlin passt, sagt der Kreative. Wann immer es möglich ist, geht er zum Sport: Triathlon, die "olympische Distanz". Am liebsten aber verbringt Henke die Zeit mit seiner Frau und den Kindern, zwei Jungs und einer Tochter. Sie sorgen dafür, dass die Batterien regelmäßig aufgeladen werden. Henke: "Es gibt nichts Besseres."
Hammer Redakteur








