Andreas Meyer: Für das süße Leben
Die Käufer von Bio-Schokolade sind im Durchschnitt Ende 20 und älter. Wie kann man jüngere Menschen dafür gewinnen? Andreas Meyer, Geschäftsführer und Gründer der Herforder Schokoladenmanufaktur EcoFinia (zu der die Marke Vivani gehört), kam auf die Idee, eine Sub-Marke zu erfinden. Er ließ „iChoc“ wegen der Ähnlichkeit zu den Apple-Produkten juristisch prüfen und als Marke schützen. Eine 40-Gramm-Tafel kostet 90 Cent.
Derzeit zupft Andreas Meyer den Bass bei der Band "Triple B". Aber eigentlich ist das Schlagzeug das bevorzugte Instrument des 52-jährigen Sauerländers. Musik spielt eine große Rolle im Leben des Geschäftsführers des Schokoladenherstellers EcoFinia aus Herford. Auf seinem iPod parken einige tausend Songs, vor allem aus den Bereichen Jazz, Funk und Soul. Kein Wunder, dass er auf "iChoc" kam, als Name einer neuen Bio-Schokoladenmarke für junge Menschen, deren Verpackung Musikinstrumente zieren.
Obwohl Meyer vor zehn Jahren die Bio-Schoko-Marke Vivani (die zu EcoFinia gehört) gegründet hat, und obwohl er gelernter Bio-Bäcker ist - und dann auch noch als Student bei dem Naturkostproduzenten Davert in Senden gejobbt hat -, war Andreas Meyer nie der typische Öko alten Schlags mit langen Haaren, ausgeleierter Jute-Tasche und klapprigem Damenrad.
Sein Studium habe er "schnell durchgezogen", erzählt Meyer. Als er Anfang der 80er-Jahre auf dem zweiten Bildungsweg an der Fachhochschule Münster im Fach Oecotrophologie immatrikulierte, war Meyer 25 Jahre alt. Als er die FH vier Jahre später mit Diplom verließ, war er 29 und arbeitete zunächst weiter für den Getreidespezialisten Davert Mühle, bevor er zum Wuppertaler Fair-Trade-Anbieter Gepa wechselte.
Seine ökologisch einwandfreie Haltung hat er aus seinem Elternhaus mitbekommen. Damals, in den 70er-Jahren, gab es den Begriff Bio noch nicht. Doch in der Meyerschen Bäckerei buk man morgens herkömmlich und nachmittags Vollwert - für die Ahnen der heutigen Bio-Käuferschaft.
Meyers Biografie ist konsequent und geradlinig. Er selbst auch. Im Gespräch wirkt er angenehm ruhig und verbindlich. Chef-Allüren und Marketing-Fachsprech sind ihm fremd. Selbst seine braunen Augen passen zu seinem Leben mit der Schokolade.
Meyer treibt gerne Sport, spielt Tennis und fährt im Winter Ski.
Sein Auto ist ein VW Multivan - ein Kleinbus, der einfach „superpraktisch“ ist, wie er sagt. Schließlich hat darin auch seine mit vier Kindern recht große Familie Platz. 19, 16, 14 und zehn Jahre sind sie alt - genau die Zielgruppe von iChoc, und im Prinzip sind sie sogar so etwas wie eine permanente Marktforschung.
EcoFinia hat die iChoc-Idee in Herforder Schulklassen testen lassen. Das Ergebnis war genauso ermunternd wie die interfamiliäre Vorab-Feldforschung: Meyers Kinder nahmen die Flyer für iChoc mit in die Schule. Die Reaktion der Klassenkameraden: „Total cool.“
Schröter Redakteur








