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Armin Angerer: Die Kraft des Zen

Armin Angerer: Die Kraft des Zen

veröffentlicht am 01.10.2009 um 16:00 Uhr · Köpfe · Artikel

Wenn Armin Angerer diese Woche zur Wiedereröffnung des Privatmuseums NEZU nach Tokio fliegt, wird es seine 40. Reise nach Japan sein. Den Managing-Partner der Peter Schmidt Group Hamburg faszinieren Land und Leute, die exotisch, manchmal fremd wirken und bei näherem Kennenlernen ihre vielen Facetten zeigen, wie der gebürtige Tiroler sagt. Auch die Zen-Ausprägung im Sinne von Konzentration durch Reduktion ist dem Designer geläufig. Dass Angerer beauftragt wurde, das Branding des neu gebauten NEZU-Museums zu entwickeln, ist für den Wahlhan­seaten eine Ehre: "Wir durften ein japanisches Heiligtum anfassen." Die Sammlung asiatischer Kunst zählt zu den bedeutendsten der Welt.

Seit 2004 leitet Angerer die Peter Schmidt Group Hamburg und verantwortet den Bereich Product Branding und Packaging. Er hat sich damals nicht gedrängt, die Aufgabe zu übernehmen. Zu groß war der Respekt davor, die Agentur zu führen und auch davor, die Nachfolge seines Mentors und Vorbildes, des Design-Papstes Peter Schmidt, anzutreten. Im Sommer 1991 war er als Grafik-Praktikant gekommen - es passte gerade: Sein Volleyballklub, der Bundesligist TU Innsbruck, hatte Sommerferien. Peter Schmidt erkannte Angerers Talent und bot ihm an zu bleiben. Das Studium schmiss er, bereut hat er es nie. Auch seine damalige Leidenschaft, den Sport, hat der 43-Jährige an den Nagel gehängt. Freie Zeit widmet er seiner Familie, die ihm Kraft zurückgibt.

Vom Volleyball geblieben sind der Mannschaftsgeist und das Leistungsprinzip. Er kann schreck­lich leiden, wenn er einen Pitch verliert, gesteht er: "Das Tor muss geschossen werden", auch wenn ihm reichlich egal ist, wer es schießt. Eitel ist er nach eigenem Bekunden nicht. Für NEZU tüftelten die Gestalter an 40 bis 50 Varianten für das Erscheinungsbild, bis der Perfektionist Angerer zufrieden war. Gutes Design ist für ihn Design, das Menschen erreicht und nonverbal, ohne Erklärungen, funktioniert. Über Grenzen hinweg.

Die Idee: Am 5. Oktober eröffnet in Tokio die bedeutende Sammlung NEZU (7000 Kunstobjekte). Mit dem Museumsneubau erhielt Peter Schmidt Group, Hamburg, den Auftrag, das Branding zu überarbeiten: vom Logo über den Internet-Auftritt bis hin zum Geschirr des Mu­seumscafés. Im Design spiegelt sich die Architektur wider.

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