Benjamin Reininger: Neuer Mann für VW
Benjamin Reininger ist ein Automobil-Fan. Das zeigt schon sein Profil bei Xing. Neben diversen sportlichen Tätigkeiten nennt er unter „Interessen“ vor allem "Automobile, Vespa, Carrera-Bahnen, Triumph GT6". Die Vermutung liegt also nahe, dass Reininger nicht lange überlegen musste, als ihn der Ruf von DDB ereilte, Teil des dort neu aufgebauten Volkswagen-Teams zu werden. Auch wenn es dort weniger um schnittige, sportliche Flitzer, italienische Zweiräder oder kleine, im Kreis herumdüsende Autos geht. Sondern um massentaugliche Modelle wie beispielsweise den Golf. Dafür arbeitet Reininger ab sofort für ein Unternehmen, das sich als Inbegriff der Automobilhersteller definiert. Das zeigt schon der Claim "Das Auto".
Zum 1. Juli hat der Diplom-Kommunikationswirt bei DDB Europe als Global Account Director angefangen. Und kehrt damit an die Seite von Jason Lusty zurück, der die VW-Einheit als Global Lead Business auf Beratungsseite leitet, und an den Reininger künftig direkt berichten wird. Die beiden Männer kennen sich bereits aus der Zeit, als Reininger das erste Mal bei DDB arbeitete. 2005 bis 2007 war das. Und schon damals ging es um den Kunden Volkswagen. Zuvor hatte Reininger als Brand Manager bei DaimlerChrysler auf der Marke Jeep gewirkt. Und ganz am Anfang seiner Karriere schon Kunden wie BMW oder Volvo im Portfolio gehabt. Ein richtiger Automann eben.
Nach seinem ersten DDB-Engagement, im Frühjahr 2007, machte sich Reininger mit einer eigenen Agentur selbstständig. Unter dem Namen Robot betreute er Kunden wie das Fußballmagazin "11 Freunde" und arbeitete selbstverständlich wieder für Automarken. Unter anderem für die alten Bekannten Dodge, Jeep und Chrysler. Erst als der Stromanbieter Entega aus Darmstadt Anfang 2011 um den ehemaligen DDB-Kreativen Ludwig Berndl ein Inhouse-Agenturkonstrukt aufbaute und Reininger als Berater dazuholte, nahm er kurzfristig Abstand von den PS-starken Kunden.
Bei DDB Europe übernimmt er nun eine leitende Funktion im intern genannten "Team Blue". Die Einheit, die in Berlin und London sitzt und derzeit rund 20 Köpfe zählt, wird für Volkswagen die Internationalisierung vorantreiben, zentrale Kampagnen steuern und dem Wunsch nach integrierten und digitalen Lösungen gerecht werden. So soll der wichtige Kunde langfristig an die Agentur gebunden werden. Die Unit war nötig geworden, nachdem VW-Markenchef Luca de Meo nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr nach neuen Strukturen verlangt hat und als Warnschuss an DDB verstärkt Aufträge an den Konkurrenten, die Agentur Grabarz & Partner, gegangen waren. Gemeinsam mit Reininger könnte die Konsolidierung des Etats gelingen.
Herrmann Redakteur







