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Christian Muche und Frank Schneider: Heißer Draht zur Netzwelt

Christian Muche und Frank Schneider: Heißer Draht zur Netzwelt

veröffentlicht am 23.09.2011 um 11:00 Uhr · Köpfe · Artikel

Man fragt sich unwillkürlich, wo das enden soll. Bei ihrer Premiere, im Oktober 2009, hatte die Online-Messe dmexco 290 Aussteller, was damals ein Riesen-Erfolg war. Ein Jahr später waren es 344. Und für dieses Jahr hatten sich 400 angemeldet. Damit haben Konferenz und Messe längst ein Ausmaß angenommen, das am Rande der Übersichtlichkeit liegt. Andererseits aber verdeutlicht dieses Wachstum, dass die dmexco nicht mehr nur ein Treffen der Digital-Wirtschaft ist, sondern sich längst zur Leitmesse der deutschen Medienszene gewandelt hat. Wer in Sachen Kommunikation up to date sein will, muss sich in diesen Tagen auf dem Kölner Messegelände tummeln. Erwartet werden rund 17 000 Marketingmanager, Medienschaffende und Werbungtreibende.

Maßgeblich verantwortlich für diese Erfolgsstory ist Christian Muche, der den größten Teil des Jahres gewissermaßen das Gegenmodell zum hektischen Messetrubel lebt. Ende 2006 siedelte der damals 40-Jährige mit seiner Familie nach Neuseeland über und erfüllte sich damit einen lang gehegten Traum. Er ließ sich als Berater fürs digitale Business nieder, womit er sich auskannte. Sein Lebenslauf hatte ihn zuvor über Web.de und AOL zu Yahoo geführt, für die er Sales-Chef war und 2002 die FIFA-Partnerschaft für die Fußball-WM mit einfädelte.

Gerade weil Muche in der Netzwelt bestens verdrahtet war, wurde es dann aber doch nicht wirklich etwas mit dem ruhigen Beraterleben am anderen Ende der Welt. Als der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) 2008 nach einem Neuanfang für eine Online-Vermarkter-Messe suchte und einen entsprechenden Pitch ausschrieb, nahm die Kölnmesse Kontakt zu Muche auf. Zusammen mit Frank Schneider, der zuvor mehrere Jahre für den Düsseldorfer dmexco-Vorgänger OMD verantwortlich war, gewannen sie den Pitch. Seitdem kümmert sich Muche schwerpunktmäßig um die inhaltliche Entwicklung der Veranstaltung, vornehmlich den Kongress. Wie bedeutend dieser inzwischen ist, lässt sich daran ablesen, dass in diesem Jahr Hartmut Ostrowski, der Chef des größten deutschen Medienkonzerns Bertelsmann, einer der Top-Speaker ist.

Frank Schneider ist der kongeniale Part, der unterdessen die Zahl der Aussteller so weit in die Höhe schraubt, dass der BVDW inzwischen sogar geführte Messetouren mit inhaltlichen Schwerpunkten anbietet. Schneider, 47, Marketingdirektor der dmexco, ist der eher bodenständige Part des Erfolgs-Duos: Er besitzt sowohl die deutsche als auch die Schweizer Staatsbürgerschaft, war lange Eishockey-Profi, sogar Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft und spielte als Profi lange in Köln. Das tut er gewissermaßen auch heute noch, wenn auch auf anderem Eis.

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