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Claus Strunz: Der bewegte Mann

Claus Strunz: Der bewegte Mann

veröffentlicht am 27.05.2011 um 10:44 Uhr · Köpfe · Artikel

Zum Fernsehen zog es Claus Strunz eigentlich schon immer: Seit fast zehn Jahren ist der gebürtige Oberfranke parallel zu seinem Hauptberuf als Blattmacher auf deutschen Bildschirmen zu Gast. Ab 2002 als Moderator der n-tv-Talkshow "Der grüne Salon", danach präsentierte er beim selben Sender bis 2010 das Format "Was erlauben Strunz!?" Seit Ende März ist Strunz bei Sat.1 auf Sendung – mit dem Polit-Talk "Eins gegen Eins". So ist es also eigentlich nur konsequent, dass auch der neue Posten des Noch-Chefredakteurs des "Hamburger Abendblatts" mit TV zu tun hat: Am 1. Juli übernimmt Strunz im Hause Springer als Geschäftsführer die Leitung des neu geschaffenen Bereichs TV- und Videoproduktionen. In dieser Funktion soll der einstige "Bild am Sonntag"-Chef "konzernübergreifend die Entwicklung und Umsetzung von TV- und Videoproduktionen für alle digitalen Plattformen der Medienmarken" betreuen. Wie das genau aussehen wird, will er aber nicht vor Juli verraten.

Die Personalie hat so manchen in der Branche überrascht - zumal es bei Springer ja mit Jens Müffelmann schon einen Leiter Geschäftsführungsbereich Elektronische Medien gibt. Für den Springer-Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner, an den Strunz künftig direkt berichtet, ist das aber kein Widerspruch: Die Berufung zeige lediglich, wie wichtig der Ausbau des Bereichs Bewegtbild "für die erfolgreiche Digitalisierung unserer Marken" sei, so der Konzernboss. In Sachen Digitalisierung hat der journalistisch als recht ambitioniert geltende Strunz in den beiden letzten Jahren beim "Hamburger Abendblatt" bekanntlich schon einiges ausprobiert: Unter dem Schlagwort "Hamburger Abendblatt 3.0" sollte die Zeitung fit für die digitale Zukunft gemacht werden – Paid Content inklusive. Ganz optimal hat sich das Angebot bislang nicht entwickelt; im ersten Quartal 2011 verlor das Regionalblatt laut IVW gegenüber dem Vorjahreszeitraum rund 16 000 Käufer, knapp sechs Prozent. Diese Kurve etwas abzuflachen wird nun zu den Aufgaben von Strunz-Nachfolger Lars Haider zählen.

Ob die Fortführung des Facebook-Accounts dazu gehört, in dem der künftige Bewegtbild-Mastermind in seiner Eigenschaft als HA-Chef in Aktion trat, ist noch offen. Klar ist jedenfalls, dass Strunz seinen momentan gezählten 1 539 Facebook-Fans auch in seiner neuen Funktion erhalten bleiben wird. Und im Fernsehen wird er vorerst ebenfalls weiter präsent sein, wenngleich die unterdurchschnittliche Quotenentwicklung der Sat.1-Sendung den TV-Bossen nicht unbedingt gefallen dürfte. Aber möglicherweise hat der rührige Franke ja in seiner neuen Position eine zündende Idee, wie auch sein Talkformat in die Gänge gebracht werden kann.

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