Georg von Waldenfels: Mit Banklehre zum Start-up
Loxicon, ein Suchdienst für Locations, Events und Services, listet bundesweit Inhalte nach ihrem Ortsbezug. Nutzer können auf der Plattform für Location-based Services nach Restaurants, Events, Shopping-Tipps, Zahnärzten in einzelnen Städten suchen. Content liefern die Bewertungsplattformen Qype und DocInsider, Gala.de und Sueddeutsche.de. Finanziert wird die Website über Online-Werbung und einen Marktplatz.
Als Sohn eines Politikers wurde Georg von Waldenfels wohl Redegewandtheit und ein gesellschaftliches Netzwerk in die Wiege gelegt: Sein Vater, der ehemalige bayerische Staatsminister der Finanzen Georg Freiherr von Waldenfels, sitzt derzeit im Aufsichtsrat von e.on und steht dem Deutschen Tennis-Bund vor. Auch sein Sohn liebt Sport und joggt jeden Tag. Der 36-Jährige ist allerdings kein Politiker, sondern führt die Geschäfte des Software-Unternehmens lb-lab. Die Hamburger erstellen Applikationen für mobile Geräte; Hauptprojekt ist die Plattform Loxicon.de für orts- und zeitbezogene Inhalte.
Schon früh finden sich wichtige Stationen für die Karriere: Nach dem Abitur machte von Waldenfels eine Ausbildung als Bankkaufmann bei der Deutschen Bank. Danach ging er für eineinhalb Jahre nach New York, um Filmproduktion zu studieren. Dort lernte er den amerikanischen Unternehmergeist kennen. Nach seiner Rückkehr heuerte er als Projektmanager beim Medienunternehmen EM.TV an, wo er Drehbücher fürs Merchandising analysierte. "Eine unglaubliche Zeit", schwärmt von Waldenfels. Ständig tauchten Unternehmer wie Leo Kirch oder Bernie Ecclestone in den Geschäftsräumen auf.
Nach einer Zwischenstation beim Zigarettenhersteller British American Tobacco, wo von Waldenfels Verkaufsstrategien für den Point of Sale entwarf, lotste ihn Apple-Chef Freddie Geier zum Computerhersteller. Dort konzipiert er als Marketingmanager PoS-Aktivitäten. Von Waldenfels arbeitete zudem als Teil eines Thinktanks in jeder freien Minute an einer Web-Plattform für ortsbezogene Dienste. 2008 gründete der ehemalige Apple-Chef Geier dann die Mobileo AG, um die Idee umzusetzen – von Waldenfels übernahm das Business-Development. Doch das Start-up wurde insolvent. "Die Entwicklung dauerte zu lange, und die Investoren verloren das Vertrauen in die Unternehmensführung", erinnert sich von Waldenfels, der ebenfalls eigenes Geld verlor.
Doch von Waldenfels gab nicht auf und gründete seine eigene Firma lb-lab. Aus der Mobileo-Insolvenzmasse kaufte er einzelne Rechte und führte die Idee weiter. Dabei profitiert er von seiner Banklehre: "Um Geschäfte zu führen, benötigt man Finanzverständnis. Träume sind gut, aber ich denke betriebswirtschaftlich in meinen Visionen", sagt er. Von Waldenfels ist überzeugt, dass er deshalb auch erneut die Mobileo-Investoren Aeris und zusätzlich Scout24-Gründer Joachim Schoss gewinnen konnte.
Nach nur sechs Monaten Entwicklungszeit verlässt Loxicon jetzt die Testphase. Dann geht es für den Firmenchef wieder über den großen Teich. "Noch in diesem Jahr wollen wir mit Loxicon auch in den USA starten."
Städele Redakteur








