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Jan Bayer: Sturmfester Niedersachse

Jan Bayer: Sturmfester Niedersachse

veröffentlicht am 08.07.2011 um 11:00 Uhr · Köpfe · Artikel

Diese Personalie dürfte manchen überrascht haben: "Jan Bayer, 41, Vorsitzender der Verlagsgeschäftsführung der Regional- und Abo-Zeitungen, wird Vorstand Abo-Zeitungen und Druckereien", teilte die Axel Springer AG am vergangenen Freitag mit. Dass bei der Vorstandserweiterung - neben Bayer zieht aufgrund des altersbedingten Abschieds von Rudolf Knepper auch Ralph Büchi neu in das Gremium ein - nicht andere zum Zug kamen, verwundert aber eigentlich nur auf den ersten Blick. Zwar hätten wohl einige darauf gesetzt, eher "Bild"-Chef Kai Diekmann oder Chief Marketing Officer Peter Würtenberger in die Führungsetage aufrücken zu sehen. Doch angesichts der von dem 66-jährigen Rudolf Knepper vererbten Aufgabenbereiche, zu denen auch das Thema Druck zählt, war eigentlich klar, dass sich derzeit bei Springer kaum jemand besser für den Posten empfiehlt als Bayer. Der begeisterte Fußballer und Läufer habe in den letzten Jahren "einen guten Job" gemacht, bescheinigen ihm Kollegen - und das auf eine ruhige und unaufgeregte Art: Als "loyal, sturmfest und erdverwachsen" habe man den Niedersachsen im Hause Springer schätzen gelernt.

Das erforderliche Know-how bringt der Top-Manager mit: Für die Themen Druck und Verlags-Business war der gebürtige Hannoveraner schon während seiner Zeit beim Süddeutschen Verlag (SV) zuständig. Bei den Münchnern lernte er das Geschäft von der Pike auf: Hier stieg er 1995, nach seinem Studium der Medien- und Rechtswissenschaften in Hannover und dem amerikanischen Madison/Wisconsin, über das Generalisten-Trainee-Programm ins Berufsleben ein. Und legte eine rasante Karriere hin: Von 1996 bis 1999 war er beim SV im Anzeigenverkauf tätig. In den drei Jahren darauf kümmerte er sich bereits als Verlagsleiter um die zur Bauer Media Group gehörende Volksstimme in Magdeburg. Danach kehrte er nach München zum SV zurück - zuerst als Leiter des Controlling; ab 2004 übernahm er dann die Verlagsleitung der Süddeutschen Zeitung.

Der Wechsel zu Springer erfolgte schließlich 2006; damals übernahm er in Berlin die Leitung des Vorstandsbüros Zeitungen. Was den Vater eines Sohnes neben dem Karrieresprung am Umzug von Süddeutschland Richtung Norden außerdem viel Freude gemacht haben dürfte: Nach langen Jahren in der Metropole des FC Bayern residiert der Fußball-Fan seither wieder näher bei "seinem" Verein, Hannover 96. Der Besuch so manchen Heimspiels sollte somit deutlich einfacher sein. Ob ihm seine neuen Aufgabenfelder im Springer-Vorstand in Zukunft allerdings auch die erforderliche Zeit dafür lassen, steht auf einem anderen Blatt.

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