Jürgen Hörner: Der Mann fürs Programm
Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis Jürgen Hörner zu höheren Aufgaben berufen wurde. Mit 18 Jahren Zugehörigkeit bei ProSiebenSat.1 ist er einer der dienstältesten Mitarbeiter – und nicht nur das. Er gilt als integer und zuverlässig, seine Mitarbeiter bewundern an ihm, dass er immer viele Details gleichzeitig im Kopf hat. Nicht zuletzt - und das ist in seinem Job das Wichtigste: Er hat ein großes Talent für Programmplanung und -entwicklung.
Deshalb übernimmt er ab 1. April den Chefposten beim Sender ProSieben. Sein Vorgänger Thilo Proff verlässt das Unternehmen, um sich als Medienberater selbstständig zu machen.
Mit seinem Vorgesetzten, dem Programmvorstand Andreas Bartl, versteht Hörner sich bestens. Beide kennen sich seit 1993 und teilen die Leidenschaft fürs Fernsehmachen. Beide stehen auch im Ruf, loyal zu ihren Mitarbeitern zu sein. Wer bewiesen hat, dass er einen guten Job macht, darf sich der langjährigen Wertschätzung sicher sein. Umgekehrt schätzen die Menschen, die mit ihm in Unterföhring zusammenarbeiten, seinen freundlichen und verbindlichen Umgangston. Von sich selbst sagte er einmal: "Ich bin es gewohnt, in Teams und sehr kommunikativ zu arbeiten, also wenig hierarchisch" (W&V 5/09). Für ihn entstehen gute Ideen "oft spontan auf Zuruf".
Die vergangenen beiden Jahre war der 45-Jährige Kabel-eins-Geschäftsführer. Dort schaffte er es, die Marktanteile über sechs Prozent zu steigern. Klassik und Moderne hielten sich die Waage, der Sender blieb seiner Positionierung mit Service-Themen, Orientierung und einer Verwurzelung im Alltag treu.
Zudem hievte der TV-Manager - in seiner Eigenschaft als Senior Vice President für die zentrale Programmplanung - die Sitcom "Two and a half Men" mit Charlie Sheen, die bei Kabel eins sehr gute Quoten einfuhr, erfolgreich in die ProSieben-Primetime.
So hat er bereits eine Visitenkarte für den Sender abgegeben. ProSieben ist eine gut geölte Maschine. Auch wenn der Sender zum Jahresanfang unter den Quoten des RTL-"Dschungelcamps" litt, funktioniert die Programmierung für ein junges Publikum in der Regel gut. Serien wie "Desperate Housewives", "Vampire Diaries" und "Primeval" finden stets ihr Publikum, ebenso die Spielfilme und die Shows mit Stefan Raab. Künftig wird sich der TV-Manager wohl auch mit dem umtriebigen Entertainer zusammensetzen und neue Ideen austüfteln. Vor allem aber wird der gelernte Buchhändler am 14. Mai in Düsseldorf mit in der ersten Reihe sitzen: Wenn Lena ihren ersten Platz beim Eurovision Song Contest verteidigt.
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