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Martin Wunnike: Laufend kreativ

Martin Wunnike: Laufend kreativ

veröffentlicht am 16.09.2009 um 13:05 Uhr · Köpfe · Artikel

Martin Wunnike mag es, wenn es heiß hergeht. Am 15. August hätte sich der Verlagsleiter der "Mittelbayerischen Zeitung" noch ein paar Grad mehr gewünscht: 29 Grad zeigte das Thermometer in Regensburg an. Bei 33 Grad hätte der Verlag eine Wette mit den Anzeigenkunden verloren – alle Werbegelder wären zurückgeflossen. Über das Ergebnis freut sich Wunnike aber nicht: "Ich wäre glücklich gewesen, wenn das geklappt hätte", so der studierte Betriebswirt. Für die Anzeigenkunden wäre das "ein echter Knüller" gewesen. Der Schaden des Verlags hätte sich in Grenzen gehalten - natürlich war er versichert.

Nicht die erste unkonventionelle Idee, mit der Wunnike den lokalen Anzeigenmarkt aufmischt. Auch mit seinem "Aldi-Dinner", das sich an Das perfekte Dinner (Vox) orientierte, stieß er auf offene Ohren. Weitere Aktionen sind in Arbeit.

Stark geprägt hat den Erfindungsgeist des Bayern seine Zeit beim Privatfunk: Er begann seine Medienkarriere bei Radio Charivari in Regensburg, als das Geschäft aufgebaut wurde. "Damals hat kein Kunde etwas freiwillig gebucht", erinnert er sich. Also dachte er sich die irrwitzigsten Aktionen aus. "Aus diesem Kreativitätsfundus bediene ich mich heute noch", lacht Wunnike.

Am kreativsten ist der Verlagsleiter nach eigener Aussage beim Laufen: "Morgens zwischen sieben und acht Uhr - da habe ich oft unglaubliche Ideen." Überhaupt ist Sport für Wunnike wichtig. Vorbei sind allerdings die Zeiten, in denen er mit der Trampolin-Akrobatik-Truppe "Original Fliegender Zirkus" in ganz Europa auftrat. "22 Jahre war ich dabei", erzählt der Verlagsleiter. Die Shows reichten von Darbietungen im italienischen Fernsehen über das ZDF-Sportstudio bis hin zum Umzug im Kölner Karneval. Mit seiner Arbeit konnte er das stets gut verbinden, sagt Wunnike: "Ich hatte immer sehr verständnisvolle Chefs." So einer will er selbst auch sein, denn "das Wichtigste ist, dass den Leuten die Arbeit Spaß macht". Und er fügt augenzwinkernd hinzu: "Außerdem: Wer Spaß daran hat, arbeitet mehr."

Die Idee: Die "Mittelbayerische Zeitung" lockte die Zocker unter den Anzeigenkunden: Wäre das Thermometer am 15. August in Regensburg auf mindestens 33 Grad geklettert, hätte die "MZ" die Werbegelder zurückgegeben. Da die Temperaturen nur 29 Grad erreichten, kam es nicht dazu. Der Verlag erzielte aber jede Menge Aufmerksamkeit - und gewann einige Neukunden dazu.

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