Susanne Aigner-Drews: Offenes Ohr für Männer
Es ist fast so, als würde Dmax die neue Discovery-Deutschland-Chefin willkommen heißen. Als Susanne Aigner-Drews am vergangenen Freitag zur Country-Managerin ernannt worden war, schaffte der Free-TV-Kanal mit 4,9 Prozent Marktanteil in der Kernzielgruppe der 20- bis 39-jährigen Männer einen neuen Bestwert. Dmax ist auch das Baby von Susanne Aigner-Drews; seit 2006 arbeitet sie bei Discovery und war in den Start des Männersenders eingebunden.
Dass der US-Konzern Aigner-Drews befördert und die Direktorin Ad-Sales nach dem ominösen Blitzausstieg von Magnus Kastner Anfang des Jahres zu seiner Nachfolgerin bestimmte, dürfte die meisten der rund 70 Mitarbeiter überrascht haben. Das Team soll mit einer externen Lösung gerechnet haben. Umso größer war die Freude bei Discovery in der Münchner Innenstadt, dass künftig eine aus ihren Reihen den deutschen Ableger des US-Networks lenkt. Berichtet wird von minutenlangem anhaltendem Applaus und „Yeah“-Rufen. Auch die Zentrale hält offensichtlich viel von ihrer neuen Deutschland-Vertreterin: Westeuropa-Chefin Dee Forbes, die die Geschäfte in München seit Anfang Februar übergangsweise geführt hat, kam am Freitag extra vorbei, um Susanne Aigner-Drews vor den Mitarbeitern zu befördern. Forbes schätzt an ihr den „ausgeprägten Geschäftssinn“.
Discoverys Wahl ist auf eine Frau gefallen, die bodenständig und entschieden auftritt. Aigner-Drews gilt als zupackend, sie entscheidet schnell. Dabei habe sie immer ein offenes Ohr für die Mitarbeiter, heißt es. Sie ist mit Discovery Deutschland verwurzelt und verleiht der Senderfamilie wieder ein deutsches Antlitz innerhalb des US-Konzerns. Die gebürtige Passauerin bringt - wenn sie zuweilen ins Plaudern gerät - eine hörbar bayerische Identität mit, die sie in ihrer Freizeit auch auf der Gitarre in einer Volksmusikgruppe auslebt. Discovery Networks zahlt zudem mit einer Deutschland-Chefin auf die hierzulande viel diskutierte Frauenquote ein. Dabei ist Susanne Aigner-Drews das Männliche nicht fremd: Vor ihrer Zeit bei Discovery Networks Deutschland hat sie sich insgesamt acht Jahre beim Sport1-Vorgänger DSF Respekt erarbeitet – bei einem Sportsender, bei dem man damals im besten Fall durch Fallrückzieher im Match der hauseigenen Fußballmannschaft glänzen konnte. Auch privat kommt die 41-Jährige um Männerthemen nicht herum: Aigner-Drews ist mit einem Sportjournalisten verheiratet, der auf verschiedenen Sendern Boxen kommentiert. Sie haben eine Tochter.
Susanne Aigner-Drews lenkt fortan alle deutschsprachigen Sender des Konzerns: Dmax, Discovery Channel, Discovery HD und Animal Planet. Ihre bisherige Position als Director Ad-Sales für das deutsche Werbegeschäft behält sie bei.
Schwegler Redakteur







