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Thomas Oehl
Thomas Oehl

Thomas Oehl: Betriebswirt und Brauer

veröffentlicht am 19.03.2010 um 15:49 Uhr · Köpfe · Artikel

Jeder kann sein Bier selbst gestalten: Das Münchner Unternehmen idbeer bietet im Internet die Möglichkeit, Etiketten mit Hilfe eines Baukasten-Systems individuell zu entwerfen – sei es für private Feste oder als Werbeaktionen von Unternehmen. Auch völlig eigene Kreationen setzt idbeer um und liefert die fertig gestalteten Bierflaschen. Mindestabnahmemenge ist ein Sixpack, das komplett rund 15 Euro kostet. Bei größeren Bestellungen gibt es Mengenrabatt.

Als er die mächtigen Gär- und Lagertanks des Paulaner-Franziskaner-Bräu in der Münchner Marsstraße sah, da wollte der kleine Thomas unbedingt Bierbrauer werden. Der Traum blieb, doch als Thomas Oehl größer wurde und es um seine Ausbildung ging, traf er eine Vernunftsentscheidung: Jura. Weil ihm das zu theoretisch war, brach er im Alter von 20 Jahren das Rechtsstudium ab und erfüllte sich seinen Kindheitswunsch. Er begann eine Lehre als Bierbrauer.

Mit dem Gesellenbrief in der Tasche schwenkte Oehl wieder in Richtung Uni. Er schrieb sich für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Munich Business School ein. In dieser Zeit lernte er Kim Felixmüller und Robert Engelhardt kennen.

Die Drei hatten die Aufgabe erhalten, einen Business-Plan zu erstellen. Auf der Suche nach einer Geschäftsidee und inspiriert von Internet-Start-ups wie Spreadshirt.de und Mymuesli.de kam Oehls alte Leidenschaft wieder auf den Tisch und das Unternehmen idbeer war geboren: Customized Bier, um es in Marketing-Bayerisch zu sagen. Simon Bolz, 29, ein Freund von Thomas Oehl seit Kindergarten-Tagen und Profi-Grafiker, baute die Website.

Jetzt musste ein Partner her, der das Produkt beisteuerte. Die drei angehenden Gründer waren überzeugt davon, dass es ein Premium-Bier aus Bayern sein musste. Etliche Verhandlungen mit Brauereien scheiterten daran, dass die zumeist in die Jahre gekommenen Gesprächspartner das Internet als Vertriebsweg als absurd einschätzten.

Im Nachhinein betrachtet war das ein Glück, denn so kam das idbeer-Trio Felixmüller, 24, Engelhardt, 23, und Oehl, 28, zum Idealpartner. Thomas Oehl erinnerte sich daran, dass ein Freund von ihm eine Lehre bei der Schlossbrauerei Au-Hallertau gemacht hatte, und so nahm er Kontakt auf mit Michael Freiherr Beck von Peccoz, der die 400 Jahre alte Brauerei in der sechsten Generation der Familie leitet.

Der Schlossherr zeigte sich aufgeschlossen und lud die jungen Studenten ein, ihre Idee vor Ort zu präsentieren. Die Drei überzeugten. Jede Flasche idbeer wird nun vom Wappen der Schlossbrauerei gekrönt, und Beck von Peccoz hat sogar die Homepage seines Unternehmens mit einer großen, prominent platzierten idbeer-Anzeige versehen.

Jetzt freuen sich Oehl & Co. auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Vielleicht bringt das Sportfest auch einen Schub für das junge Unternehmen.

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