Norbert Lindhof verlässt Avantaxx
Zum 1. Juli macht sich Norbert Lindhof, 56, selbstständig. Dann bietet der Agentur-Manager, der unter anderem fast sechs Jahre Chairman und CEO bei Y&R in Frankfurt war, seine Dienste als Interims-Manager und Berater an. „Als ,Management-on-demand‘ stehe ich für alle Aufgaben auf Vorstands-, Geschäftsführungs-, Direktions-Ebene mit Rat und Tat zur Verfügung“, sagt Lindhof. Zudem will er Unternehmen in Sachen Marketing und Kommunikation beraten. Die vergangenen drei Monate hat er kurzerhand aus seinem Lebenslauf gestrichen.
Im März 2009 war Lindhof als CEO bei der Avantaxx AG, Elmshorn, eingestiegen. Er galt als Hoffnungsträger, sollte Inhaber Lutz Schaffhausen dabei unterstützen, die zahlreichen Beteiligungen von Avantaxx zu strukturieren und den Ausbau der Agentur-Gruppe vorantreiben. Neben der Schaffhausen Communication Group (SCG) ist dies in erster Linie die Springer & Jacoby-Gruppe. „Wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ werden die „strukturellen und expansiven Ausbaupläne der Avantaxx-Gruppe zunächst zurückgestellt“, lautet die offizielle Begründung für Lindhofs Ausstieg. Er selbst schweigt zu den Gründen. Neben ihm soll auch CFO Thomas Seitz die Firma verlassen haben; der frühere CFO Jörg Busse sei wieder an Bord, heißt es aus dem Agenturumfeld.
„Das einzige, was hier noch lebt, ist die Gerüchteküche“, sagt ein Ex-Mitarbeiter von SCG. Jetzt hat auch noch der prominente Kunde Adler Modemärkte, Haibach, nach einem Eigentümerwechsel die Zusammenarbeit mit der Agentur beendet.
Zudem drückt die rund 600 Mitarbeiter große Avantaxx die Schuldenlast früherer Investments, darunter das inzwischen eingestellte Gesundheits-TV. Banken sind mit Krediten involviert. Schaffhausen war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, kündigte für diese Woche aber eine Mitteilung an.
Richter Redakteur







