Der ADAC hat rechtliche Schritte gegen Ramstetter angekündigt. Denn wenige Stunden nach dem Rücktritt von Meyer, hat der Club die Ergebnisse der Untersuchung veröffentlicht, die das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte durchgeführt hat. Tatsächlich sei die Wahl des "Lieblingsauto 2014" manipuliert gewesen. Darüber hinaus belegt der Bericht, dass die Reihenfolge der Fahrzeugmodelle nicht mit den Ergebnissen der Preisverleihung am 16. Januar 2014 übereinstimmt. Zudem gibt es laut Deloitte klare Anhaltspunkte dafür, dass ähnliche Veränderungen auch in den Vorjahren vorgenommen worden sind.

Der Autokonzern Daimler reagiert unterdessen auf die Vorgänge beim ADAC: Die Baden-Württemberger geben "sämtliche 'Gelbe Engel'-Auszeichnungen der vergangenen Jahre zurück", teilte das Unternehmen mit. Dass dieser Schritt erst jetzt erfolgt, begründet Daimler mit den "Untersuchungsergebnissen des vom ADAC beauftragten Wirtschaftsprüfungsunternehmens". In den vergangenen Tagen hatten auch BMW und Volkswagen auf Anfrage von verschiedenen Medien angekündigt, die Trophäen im Falle einer nachgewiesenen Fälschung nach München zurückzusenden.

"Die Manipulationen bei der Leserwahl zum 'Lieblingsauto 2014' sind ein schwerer Schlag für den gesamten ADAC. Wir sind fassungslos, dass dies in unserem Haus passieren konnte", sagt Karl Obermair, Vorsitzender der ADAC Geschäftsführung. "Wir verstehen den Unmut der Automobilhersteller und der Öffentlichkeit und bedauern zutiefst, dass wir mit den jetzt bewiesenen Manipulationen sehr viel Vertrauen verloren haben. Die Auszeichnung 'Gelber Engel' wird es in Zukunft definitiv nicht mehr geben", so Obermair weiter. (app/aj)


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Ulrike App
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ist bei W&V Online für Digitalthemen zuständig. Und das hat nicht nur mit ihrem Nachnamen zu tun, sondern auch mit ihrer Leidenschaft für Gadgets und Social Media. Sie absolvierte vor ihrer Print-Zeit im Marketing-Ressort der W&V die Berliner Journalisten-Schule und arbeitete als freie Journalistin.