Adidas will die Marketinginvestitionen im vierten Quartal "weiter erhöhen".
Adidas will die Marketinginvestitionen im vierten Quartal "weiter erhöhen". © Foto:Adidas

Adidas-Chef Herbert Hainer | | von Deutsche Presse-Agentur

Adidas: Fußball-Skandale belasten Marke nicht

Trotz aller Skandale bei den großen Fußballverbänden hat Europas größter Sportartikelkonzern Adidas seine Prognose für das laufende Jahr angehoben. Grund ist ein starker Endspurt. Zudem gaben gute Geschäfte in China, den USA und Westeuropa den Franken im dritte Quartal weiter Aufwind - und das, obwohl das Image des Konzerns zumindest in der Bundesrepublik angekratzt ist. Als jahrzehntelanger Sponsor des Fußball-Weltverbandes Fifa und des DFB - der zurzeit mitten in einer Affäre um ominöse Zahlungen vor der Heim-WM 2006 steckt - sieht sich auch Adidas öffentlicher Kritik ausgesetzt.

Die Erlöse kletterten nach Firmenangaben vom Donnerstag um 17,7 Prozent auf 4,76 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis stieg um 26,5 Prozent auf 505 Millionen, der Gewinn lag unter dem Strich bei 314 Millionen Euro. "Für mich steht außer Frage, dass die unvergleichliche Attraktivität unserer Marken der Haupttreiber unserer starken Umsatzentwicklung ist", so Vorstandschef Herbert HainerIm März 2015 kündigte der Adidas-Boss im Zuge der "Creating the new"-Strategie an, dass es immer darum gehen müsse, die Marken "in den Herzen und Köpfen der Konsumenten zu verankern". Angesichts der guten Zahlen will der Konzern "die geplanten Marketing- und Point-of-Sale-Investitionen im vierten Quartal weiter erhöhen". 

Neben einem starken Wachstum bei der Hausmarke Adidas trug auch die robuste Entwicklung der Fitness-Tochter Reebok dazu bei. Die Einkünfte aus dem Fußballgeschäft wuchsen laut Vorstandschef Herbert Hainer im zweistelligen Bereich, was auch den neuen Ausrüsterverträgen mit den Fußball-Spitzenteams Juventus Turin und Manchester United zu verdanken sei. Mit Blick auf die Fußball-EM und die Olympischen Sommerspiele 2016 sagte Hainer, das kommende Geschäftsjahr solle für Adidas zu einem "weiteren Rekordjahr" werden.

Zudem hob Adidas auch seine Prognose für das Gesamtjahr an. Der bereinigte Gewinn aus fortgeführtem Geschäft werde nun um rund zehn Prozent zulegen. Der Umsatz dürfte währungsbereinigt im hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Bislang hatte Adidas mit einem Gewinnzuwachs von sieben bis zehn Prozent und einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet.

Bei der zuletzt wegen dem weltweiten Einbruch des Golfmarkts stark angeschlagenen Golf-Tochter Taylormade stieg der Umsatz zwar wieder. Um eine "agilere Organisation" zu schaffen, sollen aber bis Ende des Jahres 14 Prozent der Mitarbeiter ihre Jobs verlieren.

Von dem Korruptionsskandal bei der Fifa und der Affäre um die WM 2006 will sich Adidas nicht aus dem Tritt bringen lassen. Auch wenn die Franken als potenter Partner seit vielen Jahren an der Seite der großen Fußballverbände stehen, seien weder die Marke Adidas noch die Geschäfte davon betroffen, sagte Hainer.

Im Fifa-Fall hat Adidas - im Gegensatz zu anderen Sponsoren - bisher nicht den äußerst umstrittenen Präsidenten Sepp Blatter zum Rücktritt aufgefordert. In der WM-Affäre gilt der frühere Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus als Schlüsselfigur. "Das hat nichts mit Adidas zu tun. Robert Louis-Dreyfus hat sein privates Geld zur Verfügung gestellt, als er schon nicht mehr bei Adidas war", sagte Hainer dazu. Die Frage, wohin eine ominöse Zahlung des in Höhe von 6,7 Millionen Euro des 2009 gestorbenen Franzosen genau geflossen ist, steht seit Wochen im Zentrum des gesamten Skandals und ist weiter ungeklärt. Zum Zeitpunkt der Überweisung 2002 war Louis-Dreyfus nicht mehr Chef des Sportartikelherstellers.

Adidas: Fußball-Skandale belasten Marke nicht

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht