| | von Markus Weber

Amnesty International: Die makabre Waffen-Beilage in der "Zeit"

Schnellfeuergewehre, die für Kindersoldaten besonders leicht zu bedienen sind; 100 Prozent bürgerkriegstaugliche Kampfhubschrauber; Schluss mit lästigen Demonstrationen. Mit diesen Sprüchen wirbt eine ganz besondere Werbebeilage, die am 31. Mai der Gesamtausgabe der "Zeit" beiliegen wird. Beworben werden darin die Angebote eines fiktiven Waffensupermarktes (www.waffensupermarkt.de), auch Qualitätsware Made in Germany. Selbstverständlich werden alle Währungen akzeptiert.

 

Kriegsgerät zu echten Kampfpreisen - hinter der ganzen Aktion steht die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Die Idee zu der Kampagne stammt von der Berliner Agentur Kornberger und Partner. Amnesty International ruft mit der Aktion dazu auf, eine Petition zu unterschreiben, welche die UN zu einer wirksamen Kontrolle des internationalen Waffenhandels auffordert.

"Die vertraute Werbe-Ästhetik des 'Waffensupermarkts' holt die mörderische Realität des internationalen Waffenhandels mitten in unsere Alltagswelt", sagt Frank Kornberger von der betreuenden Agentur. Damit werde die "diskursive Macht gezielter Irritation" stimuliert.

 

Ab dem 2. Juli berät die UN-Konferenz über einen Vertrag zur Kontrolle des weltweiten Waffenhandels (Arms Trade Treaty). Amnesty fordert einen starken internationalen Waffenkontrollvertrag, der die Menschenrechte schützt. "Jetzt besteht die historische Chance, den weltweiten Waffenhandel endlich durch wirksame Standards zu kontrollieren – im Sinne der Menschenrechte", sagt Anne-Catherine Paulisch, die Verantwortliche für Kampagnen und Kommunikation bei der deutschen Sektion von Amnesty International.

 

Amnesty International: Die makabre Waffen-Beilage in der "Zeit"

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