Eine Szene aus einem Fernsehspot der Deutsche Bahn. Das Motto der Kampagne: "Diese Zeit gehört dir".
Eine Szene aus einem Fernsehspot der Deutsche Bahn. Das Motto der Kampagne: "Diese Zeit gehört dir". © Foto:Deutsche Bahn

Preispolitik | | von Ulrike App

Bahn: Stabile Preise als Lockmittel

Die Deutsche Bahn passt ihre Preispolitik an: Die Bahnfahrer sollen auf vielen Langstrecken nicht mehr bezahlen, teilte das Unternehmen mit. "90 Prozent der Tickets bleiben unverändert", kündigt Fernverkehrschefin Birgit Bohle an. Das gelte etwa für "Normalpreise" (zukünftig "Flexpreise"), "Sparpreise" und "Bahncards". Die Verbraucher haben dies dem harten Wettbewerb im Fernverkehr zu verdanken. Hier punkten die Fernbusse als günstige Alternative.

Die "Preiswahrnehmung" der Bahnnutzer habe sich durch die Billigfahrten der Konkurrenz geändert, räumt Personenverkehrsvorstand Berthold Huber ein - und hofft gleichzeitig auf echte Neukunden. Gerade die "Sparpreise" sollen Nichtbahnfahrer überzeugen. Diese nutzen bisher lieber den Fernbus, das Flugzeug oder das Auto. Deshalb hat die Bahn die Konditionen angepasst: Die Vorverkaufsfrist fällt jetzt weg. Somit können sich Spontanreisende einen "Sparpreis" noch sehr kurzfristig sichern - wenn verfügbar.

Außerdem gibt es zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember keine "Normalpreise" mehr. Die Bahn tauft den Basistarif einfach "Flexpreis" um. Ein Begriff, der an die Namensgebung bei  Fluggesellschaften erinnert.

Die im Frühjahr gestartete Imageoffensive folgt dem Motto "Diese Zeit gehört Dir" (Agentur: Ogilvy & Mather). Seitdem versucht die Marke zu demonstrieren, wie entspannt und bereichernd das Zugfahren sei. Im ersten Fernseh-Spot wagte die Bahn den Vergleich mit dem Auto. Ein Lockmittel sollte eigentlich das kostenlose Wlan sein. Bisher gibt es diese Möglichkeit allerdings nur in der der ersten Klasse (seit Dezember 2014). Die Bahn hatte angekündigt, diesen Service im kommenden auch für die anderen Fahrgäste einzuführen. Jedoch sagt Verkehrschefin Bohle: "Wir können heute kein Datum nennen. Wir werden alles daran setzen, es möglichst 2016 noch hinzubekommen - aber nur zu einer guten Qualität."

Schon im vergangenen Jahr hatte die Bahn nach mehreren kräftigen Preisrunden die Tarife in der zweite Klasse nicht erhöht. In diesem Jahr trifft es nur rund zehn Prozent: So verteuern sich Tickets für Fahrten über den neuen Abschnitt Erfurt-Halle/Leipzig. Für den Regionalverkehr gibt es noch keine Entscheidung, da stimmt sich die Bahn noch mit den Verkehrsverbünden der Länder und Kommunen ab. Sie machen die Preise für 80 Prozent der Regionalfahrscheine. (app/mit dpa)

Bahn: Stabile Preise als Lockmittel

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht