Das ganze Berentzen-Sortiment. In der Mitte das Frischsaftsystem Citrocasa.
Das ganze Berentzen-Sortiment. In der Mitte das Frischsaftsystem Citrocasa. © Foto:Berentzen

Geschäftsbericht 2015 | | von Annette Mattgey

Berentzen: Mehr Orangensaft, weniger Alkohol

Auf einem Bein kann man schlecht stehen. Das zeigt sich auch beim Traditionsunternehmen Berentzen. Während im Spirituosengeschäft die Tendenz eher rückläufig ist, sollen die anderen Geschäftszweige weiter wachsen. Die neueste Idee: Frisch gepresster O-Saft.

Der Schnaps- und Getränkehersteller Berentzen rechnet mit einem heiklen Geschäftsjahr 2016. Allen voran dürfte der wichtigste Ertragsbringer Spirituosen unter Druck stehen, schreiben die Emsländer in ihrem am Donnerstag vorgelegten Geschäftsbericht. Der Gewinn im Schnapssegment, das rund die Hälfte der Ertragskraft bei Berentzen ausmacht, soll leicht zurückgehen. Das liege einerseits an zurückhaltenden Absatzerwartungen, andererseits aber auch an den wahrscheinlichen Preissteigerungen für Rohstoffe wie etwa Alkohol.

Im abgelaufenen Jahr stiegen die Umsätze der Gruppe um gut drei Prozent auf fast 159 Millionen Euro. Unter dem Strich halbierte sich der Gewinn von 4,2 Millionen aus dem Jahr 2014 auf 2,2 Millionen Euro. Jedoch hatten 2014 rund 5,5 Millionen Euro Entschädigungen von Pepsi für einen vorzeitig beendeten Vertrag Berentzen in die schwarzen Zahlen gerettet, eigentlich war das Ergebnis wie 2013 rot.

Hoffnungsträger sind die alkoholfreien Getränke (etwa das Mate-Getränk Mio Mio Mate) und das Frischsaftsystem Citrocasa, das sich Berentzen 2014 einverleibt hat und nun weiter verbreiten will. Mit dem neuesten Orangenpresse-Modell "Revolution" hat es Berentzen vor allem auf die Gastronomie abgesehen, die für den Absatz des frischen Orangensafts sorgen soll.

So verteilt sich das Geschäft:

Deckungsbeitrag nach Marketingetat (in T Euro) 2015 Aussichten für 2016
Segment    
Spirituosen 26.189 leichter Rückgang
Alkoholfreie Getränke 17.673 deutliche Steigerung
Frischsaftsysteme 6.682 deutliche Steigerung
Übrige Segmente 4.680 deutliche Steigerung
Gesamt 55.224  

Im vergangenen Jahr reduzierte Berentzen sein Marketing-Budget von 17 auf 15 Mio. Euro. Statt flächendeckend im TV zu werben, entschied sich das Unternehmen für eine breit gefächerte Social-Media-Kampagne für die Dachmarke Berentzen (Agentur: Aimaq Lobenstein, Berlin). Auch bei "Puschkin" wurde gekürzt.

Für das Auslands-Spirituosengeschäft sieht Berentzen keine Besserung. Die politische Lage auf den Kernmärkten Osteuropa und Türkei hatten den Absatz 2015 um gut elf Prozent absacken lassen. Die jüngsten Anschläge in der Türkei dürften den Vertriebskanal des Hotelgewerbes nun noch zusätzlich belasten, heißt es in der Prognose.

Probleme bereitete die Umstellung auf die Partnerschaft mit Sinalco. Berentzen füllt die Limonadenmarke seit Anfang 2015 ab und vertreibt sie auch. Bei der Umstellung darauf hakte es. "Auch das Umsatzniveau ist insgesamt noch nicht befriedigend", heißt es in der Bilanz.

Berentzens Personalaufwand erhöhte sich um fast zwei Millionen auf 22,4 Millionen Euro. Hauptgrund ist der erstmals ganzjährig einbezogene junge Bereich Frischsaftsysteme, für das es eigene Vertriebler gibt. Die Übernahme von Citrocasa ließ den Fruchtpressenverkauf unter dem neuen Besitzer um 42 Prozent auf 1855 Stück steigen (2014: 1307).

Der aktuelle "Smombies"-Spot für "Berentzen" mit mehr als 1 Mio. Views:

Aimaq von Lobenstein: Lead Agentur, Community Management, PR und Website Konzeption & Design; Crossingberlin: Filmproduktion (Regie Greg Bray); Die Etagen: Website Programmierung; Crossmedia: Media Agentur; Unruly: Blogger Seeding

am/mit dpa

Berentzen: Mehr Orangensaft, weniger Alkohol

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(1) Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht