Auch traditionelle Fleischhersteller wie Rügenwalder haben den Trend zum veganen und vegetarischen Essen erkannt.
Auch traditionelle Fleischhersteller wie Rügenwalder haben den Trend zum veganen und vegetarischen Essen erkannt. © Foto:Rügenwalder

Branchenreport des IFH | | von Frauke Schobelt

Boom für vegetarische und vegane Lebensmittel

Der Markt für vegetarische und vegane Lebensmittel boomt. 2015 wurden in den am wachstumsstärksten Warengruppen 454 Millionen Euro umgesetzt. Ergebnisse des "Branchenreport Vegetarisch & Vegan: Modeerscheinung oder nachhaltiger Wachstumsimpuls?" des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln zeigen, dass ein Ende des Trends nicht in Sicht ist. 

Im Gegenteil: Immer mehr Konsumenten greifen zu vegetarischen und veganen Lebensmitteln. Deshalb profitiert auch der Lebensmitteleinzelhandel vom Boom des Marktes, der das Angebot stetig ausgebaut hat. Vor allem die Supermärkte konnten ihren Marktanteil erhöhen. 

In den vergangenen fünf Jahren stieg der Umsatz am stärksten in den Warengruppen vegetarische und vegane Fleisch- und Milchalternativen sowie Frühstück mit pflanzlichen Brotaufstrichen, Müsli und Cornflakes. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate lag hier bei fast 17 Prozent, am stärksten konnten Molkereialternativen wie Sojamilch zulegen. Auch andere Warengruppen, die bis dato nur für wenige Konsumenten interessant waren, wie vegane Säfte und Weine, sind seit kurzer Zeit im Aufschwung. Dieses Wachstum wird sich laut IFH-Prognosen auch in den kommenden Jahren fortsetzen.

Fleischlose Gerichte und Produkte sprechen laut der IFH-Studie nicht nur Konsumenten an, die sich konsequent vegetarisch oder vegan ernähren, sondern in zunehmender Zahl auch Verbraucher, die nicht jeden Tag Fleisch essen wollen. Für diese Zielgruppen gibt es schöne Wortschöpfungen: Da wären zum einen die "Flexitarier", die sich größtenteils, aber nicht immer fleischlos ernähren, oder die "Pescetarier", die auf Fleisch, aber nicht auf Fisch verzichten. Auch ernährungs- und gesundheitsbewusste Konsumenten, sowie religiöse Gruppen, Allergiker und Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel greifen verstärkt zu veganen und vegetarischen Produkten.

Vegan

Für den "IFH-Branchenreport Vegetarisch & Vegan" wurden zusätzlich zur Marktanalyse 1.044 Konsumenten befragt. Demnach liegt der Anteil der "echten" Vegetarier oder Veganer bei rund vier Prozent der deutschen Bevölkerung. Die Gruppe der Flexitarier macht knapp 24 Prozent der Bundesbürger aus – mit steigender Tendenz, ebenso wie bei den Vegetariern und Veganern. Hauptabnehmer von Fleischalternativen in Deutschland sind aktuell Flexitarier. 

An diese Zielgruppe wendet sich mit neuen Produkten auch Fleischhersteller Rügenwalder, der den Trend zum veganen und vegetarischen Essen erkannt hat. 

Laut der IFH-Studie kaufen vor allem Frauen vegetarische und vegane Produkte. Veganer und Vegetarier sind zu 81 Prozent weiblich, überdurchschnittlich jung (bis 29 Jahre) und gut gebildet. 

Ethische, nachhaltige und biologische Themen sind Veganern und Vegetariern wichtig. "Das zunehmende Bewusstsein insbesondere jüngerer Konsumenten für ihre Umwelt, begünstigt den Durchbruch der – zumindest temporären – fleischlosen und komplett tierfreien Ernährung und macht sie gesellschaftsfähig", sagt Susanne Eichholz-Klein, Leiterin der IFH Retail Consultants.

Die Studie kann über den Online-Shop des IFH Köln bestellt werden.

Boom für vegetarische und vegane Lebensmittel

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