Hermes | | von Ulrike App

Bundesligaspieler laufen mit "Wir helfen"-Logo auf

DFL-Sponsor Hermes räumt am kommenden Bundesliga-Wochenende seinen angestammten Werbeplatz frei - zumindest teilweise. Normalerweise ziert das Logo des Logistikdienstleisters den linken Trikotärmel der Kicker aus der 1. und 2. Fußball-Liga. Vom 18. bis zum 20. September machen die Profis stattdessen auf ein ganz anderes Thema aufmerksam: die Flüchtlingsintegration. Deshalb bekommen die Zuschauer den Aktionshinweis  "Wir helfen – #refugeeswelcome" zu sehen - mit einem integrierten kleinen Hermes- und einem "Bild"-Logo. Die Boulevard-Zeitung hatte den Aufruf "Wir helfen" Ende August gestartet.

Bereits in der vergangenen Saison hatte Hermes schon einmal an einem Spieltag auf sein Recht verzichtet - und der Deutschen Krebshilfe die Bühne überlassen. Das Unternehmen ist seit dem 1. Januar 2013 offizieller Premium-Partner der Bundesliga.

Die DFL weist darauf außerdem darauf hin, dass die Vereine sich in verschiedener Weise engagieren, dazu gehört auch die Unterstützung des von der Bundesliga-Stiftung geförderten Integrationsprogramms "Willkommen im Fußball".

Eine Zusammenfassung zu Flüchtlingsaktionen von Unternehmen und Agenturen finden Sie hier.

Bundesligaspieler laufen mit "Wir helfen"-Logo auf

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht

St. Pauli will nicht bei "Bild"-Aktion mitmachen

von Deutsche Presse-Agentur

Der FC St. Pauli wird sich am Wochenende nicht an der für alle 36 Vereine aus der 1. und 2. Fußball-Liga geplanten "Wir helfen"-Aktion für Flüchtlinge beteiligen. "Der FC St. Pauli steht für eine Willkommenskultur, und wir handeln damit auf eine Art und Weise, die unseren Club schon seit Jahrzehnten ausmacht. Wir leisten ganz praktische und direkte Hilfe dort, wo sie gebraucht wird", so der kaufmännische Geschäftsleiter Andreas Rettig.

Der Verein teilte gleichzeitig mit: "Mit Verwunderung haben die Verantwortlichen des FC St. Pauli zur Kenntnis genommen, dass das vertrauliche Schreiben an die Bild-Zeitung von dieser genutzt wurde, die Absage des FC St. Pauli negativ in der Öffentlichkeit darzustellen."

"Bild"-Chef Kai Diekmann hatte getwittert:

Die Diekmann-Kritiker meldet sich wiederum unter dem Motto #BILDnotwelcome in den sozialen Netzwerken zu Wort.

Der Verein sieht sich als engagierter Club: Der FC St. Pauli sei seit vielen Wochen auf verschiedenen Ebenen zu dem Thema aktiv, um den Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, zu helfen. "Unser Testspiel gegen Borussia Dortmund, das private Engagement unserer Spieler sowie verschiedenste Aktionen unserer Fans und Abteilungen für die Flüchtlinge in Hamburg sind Beleg dafür. Daher sehen wir für uns nicht die Notwendigkeit, an der geplanten, für alle Clubs freiwilligen Aktion der DFL teilzunehmen", erklärte Rettig.

Von dem Teilnahmeverzicht habe sein Verein alle Beteiligten vorab informiert. Statt des Logos "Wir helfen - #refugeeswelcome" (von der "Bild" und dem Versandunternehmen Hermes) will der Tabellendritte am Sonntag im Spiel bei Eintracht Braunschweig das Logo des Bundesliga-Sponsors auf dem linken Trikot-Ärmel tragen. Beim Thema Flüchtlingshilfe will sich der linksalternative Kiez-Club auf eigene Aktionen konzentrieren.

Es wäre nicht das erste Mal, dass der "etwas andere Club" auch anders tickt. Zuletzt sorgte der FC St. Pauli im August vor dem Gastspiel bei RB Leipzig für Aufsehen, als er - aus Gründen des Kommerz - auf seiner Homepage das dem Weltkonzern Red Bull ähnelnde RB-Logo entfernte. Dort stand dann nur noch schlicht Leipzig. "Wir behalten uns das Recht vor, in eigenen Publikationen unsere Sicht der Dinge kundzutun - egal, ob Kritik oder Lob", teilte der Verein damals mit.

von Deutsche Presse-Agentur - Kommentare Kommentar schreiben

Einige Zweitligisten wollen sich nicht an "Bild"-Aktion beteiligen

Die Liste wird immer länger: Nach dem FC St. Pauli verzichten auch der 1. FC Union Berlin, der SC Freiburg, der VfL Bochum, MSV Duisburg und der 1. FC Nürnberg am Wochenende auf das Trikot-Logo "Wir helfen" für Flüchtlinge. Der Vereine verweisen auf ihr eigenen Ideen und Engagements. Bochum und der Club begründen den Schritt unter anderem mit dem Verhalten von "Bild"-Chef Kai Diekmann.

Der PR-Profi hatte die Absage durch die Kiez-Kicker auf Twitter gewohnt bissig kommentiert. "Darüber wird sich die @AfD_Bund freuen: Beim @fcstpauli sind #refugeesnotwelcome", hatte Diekmann am Mittwoch gelästert. Die Antworten folgten prompt: Die Diekmann-Gegner toben sich unter dem Stichwort #Bildnotwelcome aus.

Anschließend freute sich der "Bild"-Mann über die immense Berichterstattung zum Thema, beziehungsweise den "Shitstorm".

Die Bochumer Vereinsvorstände finden die Social-Media-Kapriolen von Diekmann dagegen nicht gut. Sie schreiben, sehr direkt: "Der VfL Bochum 1848 begrüßt sämtliche Hilfsmaßnahmen, die in Not geratene Menschen unterstützen. (...) Allerdings hat uns die scharfe Reaktion seitens der Bild-Chefredaktion ob der Absage eines anderen Clubs an die Aktion dazu gebracht, sich mit diesem Verein solidarisch zu zeigen."

Die Boulevard-Zeitung äußerte sich in einer schriftlichen Stellungnahme etwas gemäßigter als der Chef: "Bild findet es sehr schade, dass einzelne Vereine die gemeinsame Aktion mit DFL und Hermes nicht unterstützen - hier geht es schließlich um die gute Sache."

Inzwischen versucht es Diekmann sogar mit etwas mehr Humor und nutzt dafür den St.-Pauli-Lokalrivalen HSV.

Eigentlich sollten an diesem Fußball-Wochenende alle 36 Mannschaften der 1. und 2. Liga auf dem linken Trikotärmel den Aufdruck der "Bild"-Aktion "Wir helfen - #refugeeswelcome" tragen. DFL-Sponsor Hermes verzichtet auf seinen angestammte Platz auf dem linken Trikotärmel.

Der MSV Duisburg verkündete am Freitag, dass Hauptsponsor Black Crevice beim Heimspiel gegen den FSV Frankfurt auf sein Logo verzichtet: Stattdessen steht auf dem Trikot der Schriftzug "Refugees Welcome". Zudem hat der Verein knapp 1.500 Flüchtlinge in die Schauinsland-Reisen-Arena eingeladen.

Die Clubs der ersten Liga halten sich bisher auffällig zurück. Und dennoch versuchen die Fans Druck aufzubauen. So beteiligen sich die Anhänger von Borussia Dortmund fleißig an der Diskussion. Sie hatten beim Europa-League-Heimspiel mehrere Spruchbänder angebracht: "Menschen unverpixelt an den Pranger stellen? Das bringt nur 'Bild'" - eine Anspielung auf die aktuelle Kampagne der Zeitung. Ebenso nicht zu übersehen: die deutliche Aussage #Bildnotwelcome".

Kommentare Kommentar schreiben