Einer der Lieblings-Cases: Die aktuelle Otto-Kampagne
Einer der Lieblings-Cases: Die aktuelle Otto-Kampagne © Foto:Otto

Umfrage zu Kommunikationsideen | | von Irmela Schwab

Das sind die Lieblings-Cases von Marketern

Gute Ideen können so simpel sein, so dass man sich manchmal an den Kopf fasst und fragt: "Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen?" Großes Potenzial bieten aber auch neue digitale Technologien wie Augmented Reality oder Connected Features. Solche Innovationen können für Überraschung beim Konsumenten sorgen und somit eine ganz besondere Nähe herstellen. W&V hat Top-Marketer und -Werber wie Alina Hückelkamp, Razorfish, Lothar Weissenberger, Deka Bank, und Björn Endter, FC Gelsenkirchen-Schalke 04,zu ihren persönlichen Lieblings-Kommunikationslösungen befragt.

Alina Hückelkamp, Chief Strategy & Innovation Officer Razorfish

L'Oreal Make up Genius ist für mich eines dieser Highlights. Eine App, mit der man per Smartphone-Kamera verschiedene Makeup-Stile an sich selbst ausprobieren kann - hier spielt Augmented Reality endlich einmal sein enormes Potenzial aus. Außerdem: der 'connect me' Adapter von Mercedes. Einfach in den alten Mercedes einstöpseln und schon können auch hier Connected Features genutzt werden. Ein großartiges Device. Stellvertretend für intelligente Assistenten mit natürlicher Spracherkennung möchte ich hier außerdem Apple Siri nennen. Das ist wirklich eine tolle Entwicklung in Richtung iOS of Life. Und zu guter Letzt mein Favorit WeChat - die Alpha App von China. Es ist einfach unglaublich, was sie alles kann und so sämtliche Lebensbereiche Stück für Stück abdeckt.

Mark Stohlmann, Senior B2B Marketing Manager Telefónica

Im TV-Spot der aktuellen Otto-Kampagne wird meines Erachtens eine der grundlegenden Herausforderungen in der Beziehung zwischen Mann und Frau sehr schön inszeniert. Als der Mann im Moment des Abschiedes "Ich liebe Dich" durch die schalldichte Scheibe sagt und seine Partnerin auf der anderen Seite "Kauf den Mantel" versteht. Dieses herrliche Missverständnis führt dazu, dass sich Mann und Frau gleichermaßen in dem Spot wiederfinden können. Aber das ist eben nur beim ersten Mal komisch, jede Wiederholung dieses Themas in einer anderen Kampagne wäre dann nichts anderes als einfache Nachahmung.

Sebastian Lorenz, Vice President Consumer AutoScout24

AutoScout24 ist ein datengetriebenes Unternehmen. Wir nutzen das Wissen über unsere User, um sie beim Kauf und Verkauf von Fahrzeugen zu unterstützen. Deshalb gefällt mir der Ansatz von Spotify: Der Streamingdienst setzt auf Deep Learning, um optimale Musikempfehlungen für seine Kunden auszuspielen. Die Analyse des Hörverhaltens ermöglicht es, individuelle Taste-Profile zu erstellen. Diese werden mit speziellen Profilen für die Künstler abgeglichen. Aus den Daten entstehen so Inspiration und begeisternde Musikerlebnisse.

Björn Endter, Direktor Markenführung und Marketing, FC Gelsenkirchen-Schalke 04

Mein Lieblings-Case ist die Match-Day Experience bei der US-Basketball-Mannschaft Golden State Warriors. Ausschlaggebend für den Hype rund um die 2015er Golden State Warrior-Saison war in erster Linie sicher der sportliche Erfolg. Begleitet wurde er allerdings auch durch clevere und innovative Brand-Activation-Konzepte, die zur Steigerung der Match-Day Experience beigetragen haben. Insbesondere der Instagram-Frame in der Oracle Arena ist ein schönes und zugleich simples Beispiel dafür, wie man die Fans aktiv und emotional an der Produktion von Content beteiligen kann. Begeistert bin ich aber vor allem von dem Zusammenspiel aus offline- und online-Aktivierung.

Lothar Weissenberger, Director Marketing and Digital Media Deka Bank

Eigentlich keine grosse Idee, aber perfektes Handwerk: Audi hat in diesem Jahr mit dem Spot zum Audi Quattro mal wieder einen besonderen Auto-Werbefilm hingelegt: Schnitte, Tempo, guter Text und insbesondere der geniale Soundtrack "No Church in the Wild" aus "Great Gatsby". Den Song aus dem Film hatte ich selbst schon länger im Ohr: Wirklich gute Musikrecherche!

Alex Erlmeier, Country Manager DACH Outbrain

Als begeisterter Mountainbiker und Skifahrer wäre ich gerne auf RedBull.com gekommen und noch lieber hätte ich selbige Ausdauer bewiesen, die Plattform so konsequent und nachhaltig am User-Interesse auszurichten. Hier wurde frühzeitig erkannt, dass das alte Paradigma "werben und verkaufen" über digitale Kanäle zunehmend an Banner Blindness, Ad Blockern und Smartphone-Screens scheitert. Mit RedBull.com ist es dem Brausehersteller gelungen, mit Relevanz eine generische Reichweite aufzubauen die ein weit höheres Brand-Engagement generiert als jede mir bekannte Anzeigenkampagne.

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