Brand Finance | | von Frauke Schobelt

Deutschland ist jetzt auch Marken-Weltmeister

Deutschland kann das Weltmeister-Feeling noch weiter auskosten. Denn nicht nur im Fußball ist die Nation führend, sondern nun auch im Ranking der stärksten Ländermarken der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt eine jährliche Analyse des Londoner Markenbewertungsunternehmens Brand Finance, die am Dienstag Abend in London vorgestellt wurde. Mit 75,84 von 100 Punkten und einem Rating von AA+ liegt die Marke Deutschland demnach erstmals vor den Ländermarken Schweiz und Singapur. 

Ein Grund liegt in der wirtschaftlichen Stärke: Trotz der schwächelnden Konjunktur bleibe Deutschland der wirtschaftliche Motor Europas, so die Studienautoren. Außerdem gelte "Made in Germany" nach wie vor als Synonym für Qualitätsprodukte und Effizienz.

Brand Finance bewertet die Stärke von Ländermarken anhand der vier Indikatoren "Güter & Dienstleistungen", "Tourismus", "Fachkräfte" und "Investment". Der Bereich "Fachkräfte" misst zum Beispiel, inwieweit ein Land Fachkräfte aus dem Ausland anzieht und inländische im eigenen Land halten kann. Die Ergebnisse aller vier Indikatoren ergeben den sogenannten "Brand Strength Index", der in Punkten sowie einem Rating von AAA+ bis D angegeben wird. Neben der Markenstärke berechnet Brand Finance auch den finanziellen Wert von Ländermarken. Hierzu wird der "Brand Strength Index" mit dem BIP kombiniert. Deutschland kommt hier mit 4,4 Billionen US-Dollar auf den dritten Rang. Auf Platz eins und zwei liegen mit 19,3 Billionen bzw. 6,4 Billionen US-Dollar die beiden größten Volkswirtschaften der Welt, die USA und China.

Zu einem gewissen Grad habe auch der Weltmeistertitel 2014 zur Stärke der Marke Deutschland beigetragen. Mit dem Gewinn des WM-Titels in diesem Jahr und der Fußball-WM 2006 im eigenen Land sei Deutschland eines der wenigen Länder, dessen Marke von einem sportlichen Großereignis profitieren konnte, so Brand Finance. Der Gastgeber der diesjährigen WM, Brasilien, hat sogar an Markenwert eingebüßt. Genauso geht es Russland, wo 2014 die teuersten olympischen Winterspiele aller Zeiten stattfanden. Der Grund: Sportliche Großereignisse lenkten den Blick auch immer auf Missstände im jeweiligen Land, wie z.B. die Proteste gegen die Kosten der WM in Brasilien oder die Diskriminierung Homosexueller in Russland.

Das Fazit: Nicht jedes Land profitiert so stark von internationaler Aufmerksamkeit wie Deutschland. "Staaten im 21. Jahrhundert stehen im ständigen Wettbewerb um Touristen, Studenten, Fachkräfte und Investitionen. Unsere Ergebnisse zeigen die Vorteile einer starken Ländermarke. Die positiven und negativen Effekte einer Ländermarke auf nationale Unternehmensmarken und die Wirtschaft allgemein machen sie zu einem der wichtigsten Vermögenswerte, die ein Land besitzt", erklärt David Haigh, Geschäftsführer von Brand Finance.

 

Deutschland ist jetzt auch Marken-Weltmeister

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