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Noch lange wird gähnende Leere auf dem Rollfeld des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg herrschen.
Noch lange wird gähnende Leere auf dem Rollfeld des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg herrschen. © Foto:Alexander Obst / Marion Schmieding (Flughafen Berlin Brandenburg)

Entscheider-Umfrage | | von Christof Wadlinger

Flughafenpannen schaden der gesamten deutschen Wirtschaft

Durch das Trauerspiel um die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens leidet das Ansehen der gesamten deutschen Wirtschaft. Auch das Prädikat „Made in Germany“ wird in Mitleidenschaft gezogen. Das besagt die gemeinsame Erhebung "Snapshot from the Chiefs of Marketing" von Roland Berger Strategy Consultants, Münchner Gespräche sowie Werben & Verkaufen. Beteiligt an der Umfrage per Smartphone haben sich 73 der 500 Top-Marketingchefs und Creative Minds in Deutschland.

Kaum mehr ein Tag vergeht mittlerweile ohne neue oder neu aufgewärmte Berichte über Pannen am neuen Hauptstadt-Airport „BER“ – wann und ob er je eröffnet wird, ist und bleibt offen. Entsprechend wird bereits wieder gefragt, ob man ihn überhaupt braucht. Dabei wirkt sich die Pannenserie in Verbindung mit der Unfähigkeit zu konkreten Zusagen negativ auf das Image der gesamten deutschen Wirtschaft und des Standorts Deutschland aus, findet fast jeder dritte Marketing- oder Kreativprofi. Auch die an sich positiv behaftete Herkunftsbezeichnung „Made in Germany“ leidet nach Auffassung der Befragten mit.

Zumindest jeder vierte Befragte sieht es hingegen nicht ganz so dramatisch: Die Pannenserie wirkt sich in erster Linie negativ auf das Image der Hauptstadt als Wirtschaftsstandort aus, so ihre Auffassung – nicht aber auf die ganze Nation und ihre Wirtschaft. Allerdings ist auch dieser Effekt nicht zu unterschätzen. Berlin steht zwar als Hochburg der Kreativen und Start-Ups gut da, Großunternehmen sind hingegen genauso rar gesät wie Arbeitsplätze bei ihnen.

Dass die Flughafenmisere allein mit bestimmten Personen in Verbindung gebracht wird und nur deren Ansehen leidet, wäre für viele (und) Oppositionelle wohl ein geringes Übel – aber nur etwa ein Sechstel der befragten Marketingexperten (16 Prozent) glaubt, dass es dabei bleibt und dass nur einige Politiker durch die Pannenserie an Image (und Wählergunst) einbüßen. Ähnlich viele sind der Auffassung, dass sich die Pannenserie in einen Kommunikationserfolg ummünzen ließe – dass sich also bei ehrlichem Eingestehen von Fehlern und nachvollziehbaren (Gegen-)Maßnahmen sogar noch Image-Gewinne erzielen ließen.

Das sollte aber dann bald geschehen. Denn das Thema wird die Deutschen noch einige Zeit beschäftigen, befürchten die Befragten. Nur elf Prozent glauben, dass die Pannenserie ein vorübergehendes Thema ist, ihre Auswirkungen gering bleiben und dass das Thema rasch wieder in Vergessenheit gerät. Dennoch dürften einige Flughafenplaner wie auch Politiker hoffen, dass die Medien möglichst bald wieder ein neues Thema für sich entdecken.

Snapshot Flughafen

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Deutsche Medien ignorieren Social-Media-Potenzial

von Christof Wadlinger

Die deutschen Medien schöpfen die Möglichkeiten von Social Media für Werbung und Marketing nicht aus. Das besagt die gemeinsame Erhebung "Snapshot from the Chiefs of Marketing" von Roland Berger Strategy Consultants, Münchner Gespräche sowie Werben & Verkaufen. Beteiligt an der Umfrage per Smartphone haben sich 78 der 500 Top-Marketingchefs und Creative Minds in Deutschland.

Knapp 44 Prozent der Profis finden demnach, deutsche Medien hinken im internationalen Vergleich in Sachen Social Media eindeutig hinterher – ein Blick über die Grenzen könnte demnach zielführend sein. Keiner ist dagegen der Meinung, die Deutschen seien in diesem Bereich beispielhaft. Das Vorgehen bei Axel Springer dürfte damit wohl Gefallen finden: Dort sammelt "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann derzeit im Silicon Valley Erfahrungen und holt sich Ideen.

Das ist aber gar nicht nötig, meint gut ein Viertel der Marketing-Experten: 27 Prozent halten die Möglichkeiten für ausreichend genutzt – insbesondere deswegen, weil die Bedeutung von Social Media nach ihrer Auffassung überbewertet wird. "Die Möglichkeiten von Social Media werden ohnehin überschätzt", das bestätigen 27 Prozent der Profis.

Genauso viele sehen die Deutschen Medienhäuser im Hinblick auf Social Media-Nutzung immerhin auf dem richtigen Weg: "Ja, immer besser, auch die Geschäftsmodelle weisen mittlerweile in die richtige Richtung", meinen 27 Prozent der Profis. Demnach ist zu erwarten, dass die Urteile bei einer Wiederholung der Befragung demnächst besser ausfallen könnten.

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