Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, hat die Bundesregierung an die Bevölkerung appelliert, die sozialen Kontakte stark zu reduzieren. Jens Spahn hat dazu auch eine Kampagne gestartet, Motto #Wirbleibenzuhause. Auch wegen Schulschließungen arbeiten viele Menschen in Deutschland mittlerweile von daheim. Vor allem Beschäftigte im Gesundheits- und Sicherheitsbereich, aber auch Mitarbeiter von Lebensmittelgeschäften, haben weiter in ihrem Beruf täglich viel Kontakt zu Menschen, auch zu potenziell Erkrankten.

Der Beifall in Wohnvierteln führte teils auch zum Austausch unter Nachbarn, die bis dahin gar nichts miteinander zu tun gehabt hatten: Sie grüßten sich mit Zurufen oder leuchtenden Handys über die Straße. Aus mehreren Stadtvierteln im Zentrum Kölns wurde eine starke Beteiligung gemeldet, so aus Ehrenfeld, dem Agnesviertel und der Südstadt. Die 35 Jahre alte Annabell sagte am Mittwoch: "Das war ein gutes Gefühl in der Situation."

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Auch in anderen Orten, darunter Hamburg und Leipzig, klatschten Menschen am Dienstag für Helferinnen und Helfer. Videos davon teilten sie in den sozialen Medien. Wer als Erster in Deutschland dazu aufgerufen hat, ist nicht bekannt. Es gibt aber bereits Aufrufe, diese Aktion nun jeden Abend fortzuführen.

In Italien, Spanien und Griechenland haben sich bereits in den vergangenen Tagen Bürger mit ähnlichen Aktionen bei Helfern bedankt. In Paris applaudierten am Dienstagabend um 20 Uhr Anwohner ebenfalls für Ärzte und Pflegepersonal. In Frankreich gilt seit Dienstagmittag eine landesweite 15-tägige Ausgangssperre.

Krankenhausmitarbeiter richteten derweil in den sozialen Medien eindringliche Bitten an die Bevölkerung. "Wir bleiben für euch da! Und ihr bitte zu Hause!" ist auf Spruchbändern zu lesen. Unter anderem das Team der Zentralen Notaufnahme an der Uniklinik Essen fotografierte sich so. Die Essener Ärztin Carola Holzner, im Internet bekannt als ”Doc Caro“, sagte über das Foto mit ihren Kollegen: ”Wir können hier nur an der Front kämpfen, wenn im Hintergrund alle mitmachen.“ Bundesweit posteten Krankenhäuser ähnliche Fotos mit Spruchbändern in sozialen Medien.

Christoph Driessen, Carola Große-Wilde und Oliver Auster, dpa

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