In der aktuellen Lebensphase spielt das Auto für die Generation Y eine untergeordnete Rolle. Auf lange Sicht könnte es jedoch an Relevanz gewinnen.
In der aktuellen Lebensphase spielt das Auto für die Generation Y eine untergeordnete Rolle. Auf lange Sicht könnte es jedoch an Relevanz gewinnen. © Foto:W&V Archiv

Analyse der GfK | | von Frauke Schobelt

Generation Y ist für Autobranche nicht verloren

Der Generation Y wird nachgesagt, dass sie an einem eigenen Auto kein Interesse mehr hat. Stattdessen sorgt sie für einen Boom der Carsharing-Anbieter und setzt sich aufs Rad. Ist das so? Die GfK hat sich die Zielgruppe der 17- bis 30-Jährigen und ihr Verhältnis zur Mobilität genauer angeschaut. Ein Fazit im Report "#GenY und Mobilität 2015": Autos sind für die junge Generation nur noch Mittel zum Zweck, die emotionale Bindung fehlt. Echter Mehrwert kann das ändern. 

Demnach macht sich die Generation Y über Mobilität in der Regel wenig Gedanken - solange sie funktioniert. Für Stress sorgen lediglich die Unzuverlässigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel und der damit verbundene Zeitverlust. Beim Auto bereiten ihnen vor allem die hohen Unterhaltskosten und Aspekte wie Sicherheit und Praktikabilität "Bauchschmerzen".

Dies zeigt auch die GfK Connected Car Studie 2015. Die Befragten kritisieren häufig die hohen Kosten für Kraftstoff (42 Prozent) sowie Unfallrisiko und Staugefahr (jeweils 35 Prozent). Dennoch sind Autos für einen Teil der Generation Y nicht nur ein reines Fortbewegungsmittel. So geben mehr als ein Drittel der Pkw-Besitzer der Generation Y im aktuellen GfK DAT-Report 2016 an, dass ihnen Autofahren Spaß macht – das sind mehr als in der Gruppe der über 30-jährigen. Trotzdem greift die junge Generation insbesondere in Großstädten in erster Linie auf öffentliche Verkehrsmittel und Fahrrad zurück oder ist zu Fuß unterwegs. Die Folge: Das Interesse am Auto als auch die emotionale Bindung nehmen ab – es entsteht eine reine Zweckbeziehung. 

In der aktuellen Lebensphase spielt das Auto für die Generation Y also eine untergeordnete Rolle. Auf lange Sicht könnte es jedoch an Relevanz gewinnen. "Wertschätzung und Wohlbefinden sind in dieser Generation zentrale Mobilitätsbedürfnisse, die mit zunehmendem Alter an Stellenwert gewinnen werden", so die GfK. Car Sharing und Mietwagen bildeten diese Bedürfnisse zwar ab, doch vor allem das eigene Auto könne Flexibilität, Freiheit und Komfort mit Privatsphäre bieten. Die Ergebnisse des GfK DAT-Report 2016 belegen dies: Jeder zweite Pkw-Besitzer der Generation Y gibt individuelle Mobilität und Freiheit als Grund für den Besitz eines Autos an. Auch mit ästhetischem Design können Autohersteller überzeugen. 

Um das Interesse der Generation Y am Auto aufrechtzuerhalten und sie als Kunden in späteren Lebensphasen zu gewinnen, sollten Automobilhersteller sie in ihrer Lebenswelt abholen und begleiten, so der Rat der GfK. So steht die Generation Y dem Thema "Vernetzung im Auto" noch skeptisch gegenüber. Sie sieht in den aktuellen, meist aufwändigen und teuer angebotenen Konnektivitätslösungen keinen echten Mehrwert, da die meisten Smartphones diese Dienste bereits liefern. Gefragt sind laut GfK also "echte" Innovationen, die das Auto in den digitalen Lebensstil der Generation Y integrieren. Und Mehrwert bieten. 

Generation Y ist für Autobranche nicht verloren

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