Henkel-Chef Kasper Rorsted wechselt zu Adidas.
Henkel-Chef Kasper Rorsted wechselt zu Adidas. © Foto:Henkel

Geschäftsbilanz | | von Deutsche Presse-Agentur

Henkel-Chef Rorsted verabschiedet sich mit Rekordbilanz

Bei seiner letzten Bilanzpressekonferenz als Henkel-Chef dürfte Kasper Rorsted noch einmal mit Rekordzahlen glänzen. Analysten erwarten Bestwerte bei Umsatz und Ergebnis für das Jahr 2015. Im laufenden Jahr soll es weiter nach oben gehen, hatte Rorsted bereits Ende des Jahres 2015 in einem Interview mit dem "Handelsblatt" angekündigt. Seine vor vier Jahren ausgegebenen Mittelfrist-Ziele, die in diesem Jahr fällig werden, dürfte Henkel den Analysten zufolge aber zumindest beim Umsatz nicht erreichen.

Henkel legt am Donnerstag, 25. Februar, seine Geschäftszahlen vor. Die vom Unternehmen selbst befragten 18 Analysten rechnen für 2015 mit einem Umsatzanstieg von rund zehn Prozent auf 18,1 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft, also ohne Währungseinflüsse sowie Zu- und Verkäufe, dürfte der Konzern um 2,9 Prozent gewachsen sein. Angekündigt hatte Henkel einmal ein organisches Wachstum von drei bis fünf Prozent. Bei der Vorlage der Neunmonatszahlen im Herbst musste der Konzern dann einräumen, dass nur das untere Ende dieser Spanne erreicht werden dürfte, maßgeblich wegen der Schwäche der chinesischen Wirtschaft.

Umso optimistischer zeigte sich Henkel für den Gewinn. Preiserhöhungen, Kostensenkungen und auch niedrigere Rohstoffpreise halfen dem Ergebnis zuletzt auf die Sprünge. Den um Sondereffekte bereinigten Gewinn je Vorzugsaktie will Henkel 2015 um über zehn Prozent steigern. Die Analysten sehen hier ein Plus von knapp zwölf Prozent auf 4,90 Euro. Der bereinigte Jahresüberschuss nach Anteilen Dritter dürfte ähnlich stark auf 2,1 Milliarden Euro klettern. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) wird um 13 Prozent höher erwartet bei 2,9 Milliarden Euro.

Am besten lief es für Henkel im vergangenen Jahr im Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln. Mit Persil, Pril und Co konnte der Konzern weitere Marktanteile hinzugewinnen. Den größten Anteil am Konzernumsatz haben aber die Klebstoffe, die stark vom Verlauf der Konjunktur abhängen. Kleinster Unternehmensteil ist das Kosmetikgeschäft mit Marken wie Schwarzkopf, Syoss oder Fa.

Aus der Kosmetiksparte stammt auch der künftige Henkel-Chef. Beauty-Vorstand Hans Van Bylen wird zum 1. Mai die Leitung des Traditionsunternehmens übernehmen. Rorsted wird nach acht Jahren an der Firmenspitze Düsseldorf verlassen und im Sommer in die fränkische Provinz zu Adidas wechseln, wo er wenige Monate später die Nachfolge des scheidenden Adidas-Chefs Herbert Hainer antritt.

Rorsted kann bei Henkel auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken, vor allem die Profitabilität hat sich in seiner Amtszeit deutlich verbessert. Das von ihm ausgegebene Ziel, den Konzernumsatz bis Ende 2016 auf 20 Milliarden Euro zu steigern, dürfte Henkel allerdings nicht schaffen. Weil größere Zukäufe bislang ausblieben, werden die Erlöse den Berechnungen der Analysten zufolge im laufenden Jahr nur auf 18,7 Milliarden Euro steigen. Auch das Ziel 2016 etwa zehn Milliarden Umsatz in den Schwellenländern zu machen, halten Analysten angesichts der Probleme in einigen Märkten für ambitioniert. Henkel werde sicher dahin kommen, schreibt Bernstein-Analyst Andrew Wood in einer Studie, allerdings dürfte es ein oder zwei Jahre länger dauern.

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