Kasper Rorsted verlässt Henkel und wird Nachfolger von Herbert Hainer bei Adidas.
Kasper Rorsted verlässt Henkel und wird Nachfolger von Herbert Hainer bei Adidas. © Foto:Henkel

Vorstandswechsel | | von W&V Online

Kasper Rorsted verlässt Henkel und wechselt zu Adidas

Spekulationen und Wechsel-Gerüchte gab es schon länger, nun ging es schneller als gedacht: Vorstandschef Kasper Rorsted verlässt vorzeitig den Konsumgüter-Konzern Henkel (u.a. Persil, Pril, Schwarzkopf, Pattex). Wie der Konzern am Montag überraschend mitteilte, scheidet der 53-Jährige Ende April auf "eigenen Wunsch" aus dem Führungsgremium aus. Kasper Rorsted wechselt zu Adidas. Wie der Sportartikelhersteller meldet, wird Rorsted zum 1. Oktober Nachfolger des Vorstandsvorsitzenden Herbert Hainer. Der 61-Jährige werde nach einer Übergangszeit von zwei Monaten sein Vorstandsmandat zum 30. September 2016 vorzeitig niederlegen. Sein Vertrag lief ursprünglich bis Ende März 2017.

"Kasper Rorsted ist der perfekte Kandidat, um als Vorstandsvorsitzender der Adidas AG die Nachfolge von Herbert Hainer anzutreten", erklärt Igor Landau, Aufsichtsratsvorsitzender der Adidas AG. "Er verfügt nach Stationen bei namhaften Unternehmen wie Oracle, Compaq und Hewlett Packard über umfangreiche internationale Management-Erfahrung." Landau dankte im Namen des Aufsichtsrats Hainer für seine Arbeit. Er ist seit 2001 Vorstandsvorsitzender des Sportartikelherstellers: "Herbert Hainer hat für die Adidas Gruppe Enormes geleistet. Unter seiner Führung hat sich der Umsatz der Adidas Gruppe verdreifacht, der Gewinn und die Mitarbeiterzahl haben sich vervierfacht, der Wert des Unternehmens ist von drei Milliarden Euro auf 18 Milliarden Euro gestiegen. Aber nicht nur die finanziellen Kennzahlen stimmen: die Adidas Gruppe ist unter Herbert Hainer zudem zum nachhaltigsten Unternehmen Europas und zu einem der attraktivsten Arbeitgeber der Welt geworden."

Nachfolger von Rorsted bei Henkel werde Hans Van Bylen, teilte der Düsseldorfer Dax-Konzern mit. Damit habe der Aufsichtsrat zusammen mit dem Gesellschafterausschuss einem Wunsch Rorsteds entsprochen. Van Bylen ist seit 1984 für Henkel tätig, seit 2005 leitet der 54-jährige Belgier den Unternehmensbereich für Pflege und Kosmetik - unter anderem mit der Shampoo-Marke Schwarzkopf. Über seine Nachfolge in dieser Funktion werde zu gegebener Zeit entschieden, hieß es.

Kasper Rorsted arbeitete acht Jahre lang an der Spitze für Henkel. "Kasper Rorsted hat für Henkel sehr viel erreicht. Unter seiner Führung hat sich das Unternehmen seit 2008 in einem schwierigen Marktumfeld sehr erfolgreich entwickelt. Umsatz und Profitabilität sind deutlich gestiegen und unsere Top-Marken wurden gestärkt", sagt Aufsichtsratsmitglied Simone Bagel-Trah. Der Börsenwert des Unternehmens sei seit seinem Amtsantritt um das Dreifache gestiegen. Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem Henkel einerseits mit Rekordzahlen glänzt, andererseits aber durchaus Baustellen im Unternehmen vorhanden sind. Die Russland-Krise belastet den Konsumgüterhersteller. Im US-Geschäft musste Rorsted nach Problemen hart durchgreifen. Außerdem schwächelte zuletzt das Wachstum in der wichtigen Klebstoffsparte. Im Oktober kündigte der Konzern den Abbau von 1200 Stellen in diesem Bereich an. Auch im Übernahmekampf um die Friseurmarke Wella, die vom US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble zum Verkauf gestellt wurde, zog Henkel den Kürzeren.

Laut der "Süddeutschen Zeitung" hatte Rorsted noch im November betont, dass er seinen Vertrag mindestens bis 2017 erfülle wolle. Doch schon länger wurde der Däne in Medien als möglicher Hainer-Nachfolger gehandelt. Die Henkel-Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah hatte dies kürzlich noch mit den Worten kommentiert: "Dass er auf Wunschlisten anderer Aufsichtsratschefs auftaucht, kann ich nicht verhindern aber nachvollziehen. Das ist ein Kompliment für seine Leistung."

Für Adidas beendet die Berufung von Rorsted unerwartet schnell die Nachfolgediskussion. Firmenchef Herbert Hainer hatte erst kürzlich seinen Vertrag um eineinhalb Jahre bis zum Frühjahr 2017 verlängert, "damit der Aufsichtsrat genügend Zeit hat, um den besten Kandidaten fürs Unternehmen zu finden". Nun soll es allerdings schneller gehen. In einer außerordentlichen Sitzung berief der Aufsichtsrat Rorstedt mit Wirkung zum 1. August in den Vorstand. Ab dem 1. Oktober soll Rorsted dann den Vorsitz des Gremiums übernehmen.

(dpa/fs)

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