Zurück zum Klassiker: Der Onlineshop Amazon eröffnete 2015 seine erste stationäre Buchhandlung.
Zurück zum Klassiker: Der Onlineshop Amazon eröffnete 2015 seine erste stationäre Buchhandlung. © Foto:Landor/Amazon

Handel und Storytelling | | von Thuy Linh Nguyen

Landor: Das sind die Markentrends 2016

Authentizität, Interaktion, Nachhaltigkeit und schneller Service - diesen Kundenanforderungen müssen sich Unternehmen 2016 stellen. Die Markenberatung Landor hat Innovationen, Konsumentenverhalten, Marktveränderungen sowie Haltung und Verhalten in verschiedenen Branchen analysiert. Sie teilt ihre Erkenntnisse in fünf "Markentrends 2016". Demnach verlangen die Verbraucher zunehmend nach einem Markenerlebnis, das mit intelligentem Storytelling, persönlicher Beratung, vernetzten Services und internationaler Verfügbarkeit verbunden ist. Dies sind die Trends:

1. Zurück zur Ladenkasse

Die Prophezeihung, der Online-Handel werde den stationären Handel verdrängen, bewahrheiten sich nicht. Stattdessen erlebt der stationäre Handel ein Revival, denn die Konsumenten besinnen sich wieder auf den persönlichen Austausch mit Verkäufern in realen Geschäften. Unternehmen reagieren, indem sie stationäre Formate entwickeln, die das physische Geschäft mit der Flexibilität eines Onlineshops kombinieren. Der Internetriese Amazon macht es mit dem Amazon-Stores vor.

2. Markenerlebnis mit allen Sinnen

Unternehmen müssen bei der Markenkonzeption zunehmend über die ganzheitliche Customer Experience nachdenken. In Ergänzung zu Logo, Design und Look & Feel werden zukünftig alle Sinne bei der Konzeption von Marken einbezogen. Neben Gerüchen werden vor allem Sound und Audio eine große Rolle spielen. Gute Beispiele: Skype führte für seine Chat-Features ein neues Soundkonzept ein. Die Hotelkette Four Seasons hat ein detailliertes Duftkonzept für seine Räumlichkeiten entwickelt.

3. Mitarbeiter als Markenbotschafter

Aufmerksamkeitsstarke Slogans und Werbekampagnen schienen bisher ausreichend zu wirken. Verbraucher interessieren sich aber immer mehr dafür, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter behandeln und wie das Verhalten als Arbeitgeber ist. 2016 werden Unternehmen zunehmend darum bemüht sein, aus ihren Mitarbeitern Markenbotschafter zu machen. Gutes Beispiel: Die #OptOutside Initiative des Outdoor-Händlers REI in den USA – die Geschäfte blieben am verkaufsstarken Black Friday geschlossen und Mitarbeiter wurden dafür bezahlt, draußen Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.

4. Schneller und internationaler Service

Konsumenten fordern zunehmend nahtlose und zeitnahe Service-Leistungen und Markenerlebnisse, die überall auf der Welt erhältlich sind. Unternehmen müssen deshalb Wege finden, ihre Dienstleistungen schneller und vor allem über Ländergrenzen hinweg anbieten zu können. Internationale Telefon-Flatrates und günstiges Datenroaming verstärken diese Forderungen. Starbucks bietet seinen Kunden beispielsweise an, den Kaffee schon unterwegs zu bestellen. Das spart Wartezeit. Nexflix bietet seinen Streaming-Dienst seit kurzem weltweit in 190 Ländern an.

5. Packaging als Teil des Markenerlebnisses

Verpackungen spiegeln nicht nur den Produktcharakter wider, sondern sind zunehmend auch ein wichtiger Bestandteil des Storytellings. Konsumenten leger immer mehr Wert auf Herkunft und umweltfreundliche Produktion bei Lebensmitteln. Das gilt nun ebenso für Verpackungen. Der Uhrenhersteller Festina verkauft seine wasserdichten Uhren zum Beispiel in mit Wasser gefüllten Behältern. Kraft, eine Marke des Lebensmittelkonzerns Mondelēz, kündigte an in Zukunft auf künstliche Kolorierung auf der Verpackung zu verzichten.

Starbucks bietet seinen Kunden an, den Kaffee von unterwegs vorzubestellen.

Starbucks bietet seinen Kunden an, den Kaffee von unterwegs vorzubestellen.

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