| | von Uli Busch

Liqui-Moly-Chef will nach Mobbing-Vorwürfen nicht mehr werben

Er gilt als "Living Brand" und gehört ähnlich wie Trigema-Eigner Wolfgang Grupp zum Testimonial- und Talk-Show-Inventar der Republik. Aber nach Enthüllungen des "Stern" zieht sich Liqui-Moly-Chef Ernst Prost jetzt aus der Werbung zurück. Prost wolle "als Werbefigur in TV-Spots und Anzeigen lieber aufhören", zitiert das Magazin aus einer internen Mail des kantigen Schmieröl-Produzenten. Er werde "nicht mehr als Liqui Moly Vorturner meinen Schädel mit meinen Gedanken und Überzeugungen zum Fenster hinaushängen".

Damit reagiert Prost noch vor Erscheinen der morgigen "Stern"-Ausgabe auf massive Mobbing-Vorwürfe. Das Magazin aus dem Hause Gruner+Jahr veröffentlicht dort u.a. eine Prost-Mail aus dem Jahr 2009, die mit der Betreffzeile "Pfui Teufel!"an alle rund 500 Mitarbeiter ging. Darin wütete der Chef betriebsöffentlich über einen entlassenen Mitarbeiter ("Er ist ein jämmerlicher Spesenbetrüger....Nichts gearbeitet, der Firma geschadet, gelogen und betrogen. Ich sage Ihnen, ich könnte brechen"). Ein vom "Stern" bemühter Arbeitsrechtler sieht darin "eklatante Verletzung der Persönlichkeitsrechte".

Prost inszenierte sich u.a. in TV-Spots bislang als sozialer schwäbischer Mittelständler und väterlicher Firmenpatriarch. Auf der Liqui-Moly-Website heißt es u.a. "Das Wichtigste dabei sind die Menschen. Die tollsten Strategien und Konzepte taugen wenig, wenn nicht eine kompetente, engagierte und motivierte Mannschaft dahinter steht, die sich tagtäglich mit Herzblut für die Belange unserer Kunden einsetzt". Laut "Stern" gibt sich Prost jetzt zerknirscht: "Wenn mir nun zum Verhängnis wird, dass ich im Zusammenhang mit Arbeit und Geschäftswelt und Erfolg von Liebe, Anstand und Respekt spreche, gleichzeitig aber vier Chefs unseres Hauses entlassen haben, muss ich daraus lernen." In der Marketingbranche hatte der streitbare Schwabe u.a. mit einer Kampagne gegen den Konkurrenten Castrol für Aufsehen gesorgt (Agentur: For Sale, München).

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