| | von Markus Weber

Lottospieler - eine aussterbende Spezies?

Allein von Januar bis April ist der Umsatz bei der Lotterie "6 aus 49", Super 6 und Spiel 77 um fast sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Damit fehlen den staatlichen Lottogesellschaften in diesem Jahr bereits 200 Millionen Euro. Auch die Einführung der neuen Superjackpot-Lotterie "Eurojackpot" hat den Negativtrend nicht aufhalten können. Mit der neuen Mega-Lotterie hofften die Lotteriegesellschaften ihre Verluste aus den vergangenen vier Jahren endlich wieder wettzumachen.

"Statt neue Spieler zu gewinnen, irritiert die neue Mega-Lotterie die angestammte Tippgemeinde von '6 aus 49'", heißt es dazu in einer Mitteilung des Deutschen Lottoverbandes. Statt der erhofften zusätzlichen Umsätze von 24 Millionen Euro wöchentlich seien seit der Einführung im März von allen teilnehmenden europäischen Ländern durchschnittlich nur 11 bis 13 Millionen Euro umgesetzt worden.

Den Grund für den Niedergang des traditionellen deutschen Lottos sieht der Verband in dem seit 2008 gültigen neuen Glücksspielstaatsvertrag, welcher die Werbung und den Vertrieb - unter anderem über private Lotterievermittler - aus Gründen der Spielsuchtprävention einschränkt.

Der Verband rechnet auch nach Inkrafttreten des Änderungsstaatsvertrages, auf den sich 15 der 16 Bundesländer geeinigt haben und der Mitte des Jahres in Kraft treten soll, nicht mit einer Besserung. "Ohne Werbung und Internet verschwindet Lotto immer weiter aus der Wahrnehmung der Menschen und gerät ins Abseits", sagt Norman Faber, der Präsident des Deutschen Lottoverbandes. Seit 2007 seien die Lotterie-Umsätze um 26 Prozent zurückgegangen - das heißt: um rund 14 Milliarden Euro.

Lottospieler - eine aussterbende Spezies?

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