Schuld am sinkenden Markenwert der beiden Unternehmen seien unter anderem Milliardenstrafen für Manipulationen am Finanzmarkt, so die Studienautoren. Im Libor-Zinsskandal hat die Deutsche Bank bereits mehrere Milliarden an Strafe geleistet, laut Brand Finance sollen sich die Rückstellungen für weitere Strafzahlungen aktuell auf rund 3,2 Milliarden belaufen.

Die Commerzbank sieht sich mit Geldwäsche-Vorwürfen konfrontiert. Hier steht eine Strafzahlung von 800 Millionen Euro im Raum. Zudem machten strengere Finanzmarktregulierungen sowie die Sorge vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise den deutschen Banken zu schaffen, so die Analysten. 

In Deutschland bleibt die Deutsche Bank die wertvollste Bankenmarke, gefolgt von der DZ Bank (Markenwert 6,316 Milliarden Euro), die im globalen Ranking Boden gut machte und sich von Rang 47 auf Rang 42 schob. Die Commerzbank kommt im deutschen Ranking auf Platz 3.

Mit dem Titel "wertvollste Bankenmarke der Welt" kann sich zum dritten Mal die US-amerikanische Wells Fargo schmücken. Sie konnte ihren Markenwert um 15 Prozent auf 34,92 Milliarden US-Dollar steigern. Auf dem zweiten Platz folgt mit einem Markenwert von 27,46 Milliarden US-Dollar die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC). Im vergangenen Jahr belegte sie noch Platz sechs im Ranking. Auf dem dritten Platz landet die britische HSBC mit einem Markenwert von 27,28 Milliarden US-Dollar.

Generell bilde das aktuelle Ranking einen Siegeszug der chinesischen Banken ab. In den Top 5 sind zwei chinesische Banken vertreten, in den Top 10 finden sich vier Banken aus dem Reich der Mitte. Die chinesischen Banken weiten ihre Aktivitäten stark auf andere Märkte aus und machen den etablierten westlichen Banken erstmals echte Konkurrenz.

Im Ländervergleich liegen die US-Banken immer noch auf Platz eins, gefolgt von China und Großbritannien. Allerdings konnten die US-amerikanischen Finanzinstitute ihren Markenwert nur um 4 Prozent steigern, während der kulmulierten Markenwert chinesischer Banken um 29 Prozent zulegte.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

koordiniert und steuert als Newschefin der W&V den täglichen Newsdienst und schreibt selber über alles Mögliche in den Kanälen von W&V Online. Sie hat ein Faible für nationale und internationale Kampagnen, Markengeschichten, die "Kreation des Tages" und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.