| | von Markus Weber

Marmor, Stein und Eisen bricht - aber Adidas' Treue zur FIFA nicht

Die Stimmen derer, die von den FIFA-Sponsoren ein entschiedenes Auftreten im Zusammenhang mit den Korruptionsskandalen im Weltfußballverband fordern, werden lauter. Doch die Partner halten sich mit Kritik merklich zurück. Kein Unternehmen hält der FIFA mittlerweile so lange die Treue wie der Sportartikelkonzern Adidas. Seit 1970 sind die Franken bereits Partner des Weltverbands und liefern seither unter anderem für alle WM-Turniere den offiziellen Spielball.

Adidas-Gründersohn Horst Dassler war es auch, der im Jahr 1982 jene ominöse Vermarktungsagentur ISL gründete, über die später - ab dem Jahr 1989 - Bestechungsgelder in Höhe von rund 160 Millionen Schweizer Franken an FIFA-Funktionäre wie Joao Havelange und Ricardo Teixeira flossen. Im Jahr 2001 ging die Vermarktungsagentur pleite.

Sepp Blatter, seit 1998 FIFA-Präsident, gibt mittlerweile zwar den großen Reformer, der den Weltfußballverband angeblich wieder auf den Pfad der Tugend  zurückführen will. Aber viele Beobachter wollen ihm diese Rolle partout nicht abnehmen.

Ob durch die FIFA-Skandalserie über kurz oder lang nicht auch ein Imageschaden für die Marke Adidas drohen könnte, auf diese Frage wollte man bei dem Sportartikler nicht direkt eingehen. Adidas-Sprecher Oliver Brüggen meinte auf Anfrage von W&V Online: "Diese immer wiederkehrenden Vorwürfe sind weder gut für das Ansehen des Fußballs noch der Institution FIFA. Sie ändern allerdings nichts an unserer Zusammenarbeit mit der FIFA, die auf der Faszination des Fußballs als Sport basiert."

Bei den anderen FIFA-Partnern Coca-Cola, Hyundai, Emirates, Sony und Visa sieht man das vermutlich ganz ähnlich. Auch wenn die Macht der Sponsoren begrenzt ist, wäre es trotzdem wünschenswert, wenn sie etwas mehr Druck auf die Verantwortlichen in Zürich ausüben würden. Ihrem eigenen Ansehen und dem ihrer Marken würde das nur gut tun.

Marmor, Stein und Eisen bricht - aber Adidas' Treue zur FIFA nicht

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