Eingang einer Media-Markt-Filiale
Eingang einer Media-Markt-Filiale © Foto:Media-Saturn

| | von Markus Weber

Media-Saturn-Streit: Kellerhals ätzt gegen Mitgesellschafter Metro

"Wenn der Streit nicht beigelegt werden kann, müssen wir vielleicht über neue Gesellschafter nachdenken", sagt Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals heute in einem Interview, das er der "Süddeutschen Zeitung" gegeben hat. "Es gibt Interessenten, die bei mir anklopfen."

Kellerhals geht in dem Interview mit Metro-Chef Olaf Koch hart ins Gericht. "Ich fordere seit langer Zeit einen Handelsmann an der Spitze der Metro. Es reicht nicht, einfach nur Finanzpakete hin und her zu schicken und zu sagen: 'Die Werbung streichen wir, und dafür senken wir den Preis.' Man muss wissen, wie der Handel tickt."

Damit ist nur ein Tag vor dem angesetzten Schiedsgerichts-Termin die höchstdenkbare Eskalationsstufe im seit vorigem Jahr schwelenden Streit zwischen den Gesellschaftern der Media-Saturn-Holding erreicht. Metro hält zwar 75 Prozent an dem Elektronikhändler, kann wichtige Entscheidungen aber nicht alleine treffen, weil hierfür eine Mehrheit von 80 Prozent vorgesehen ist. Der Rechtsstreit entzündete sich an einem Beirat, den Metro bei Media-Saturn gegen den Willen der Media-Markt-Gründer Kellerhals und Leopold Stiefel eingerichtet hat: Strittig ist, worüber das Gremium entscheiden kann, und mit welcher Mehrheit.

"Für mich ist es unmoralisch, einen Mitgesellschafter auf diese Art anzugreifen", meint der in Salzburg lebende Milliardär jetzt in dem "SZ"-Interview. Metro verhalte sich wie ein Elefant, der aus dem Porzellanladen kommt und sagt: "Die Teller hatten alle schon vorher einen Sprung."

Über seine unternehmerische Tätigkeit meint der 72-Jährige in dem Interview: "Ich habe das Unternehmen immer als Hobby gesehen. Ich spiele zwar auch mal Golf. Aber soll ich das jeden Tag machen?"

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