Mit fünf Euro sind Sie dabei: Woolworth verramscht S.Oliver
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| | von Stephanie Gruber

Mit fünf Euro sind Sie dabei: Woolworth verramscht S.Oliver

Das Modell "Markenware billig beim Discounter" scheint Schule zu machen: Nachdem die Verbrauchermärkte Real, der Textildiscounter KiK und der Lebensmitteldiscounter Penny zuletzt mit Esprit-Kleidung ab 7,99 Euro für Aufmerksamkeit sorgten, bietet nun Woolworth Markenkleidung zum Schnäppchenpreis. Leidtragender dieses Mal ist die Modemarke S.Oliver.

Ab 12. Juli, neun Uhr, wird es in allen 204 Woolworth-Läden S.Oliver-Klamotten und Accessoires geben, die teilweise um 80 Prozent reduziert wurden, verspricht die Handelskette aus dem westfälischen Unna: So soll es unter anderem Handtaschen für neun Euro; Pullover für 15 Euro und Jeans für 19 Euro geben. Um das Schnäppchenerlebnis für die Kunden noch deutlicher zu machen, hat Woolworth das Originaletikett von S.Oliver an allen Artikeln dran gelassen.

"Die Aktion ist ein Beweis dafür, dass wir tatsächlich ‚das billige Kaufhaus’ sind und selbst hochwertige Markenware zu Sensationspreisen anbieten können", sagt Woolworth-Chef Dieter Schindel. "Jeder verbindet Qualität mit teuren Preisen, das muss aber nicht sein. Schließlich bieten wir keine Ausschussware. Die S.Oliver-Klamotten sind erste Wahl." Allerdings stammen sie aus der letzten Saison. Woolworth habe sie über einen Zwischenhändler angekauft, erklärt Schindel im Gespräch mit W&V Online. S.Oliver selbst würde Woolworth vermutlich niemals freiwillig beliefern. Auch KiK und Penny hatten die Esprit-Kleider über Dritte organisiert.

Brand Manager müssen jetzt ganz tapfer sein: Woolworth-Anzeige in "Bild".

Brand Manager müssen jetzt ganz tapfer sein: Woolworth-Anzeige in "Bild".

Bewerben wird Woolworth die Aktion mittels einer großflächigen Anzeige in "Bild" in Berlin, im Ruhrgebiet, in Frankfurt, Bremen und Hamburg. "Sonderposten S.Oliver nur für kurze Zeit bei Woolworth. Das ist unser Billigbeweis", lautet die Botschaft. Außerdem macht die Kette in ihren Handzetteln sowie am PoS auf die Aktion aufmerksam.

S.Oliver selbst droht dadurch ein enormer Imageschaden. Vorab informiert wurde das Unternehmen von der Aktion nicht.Esprit hatte im Mai versucht, via Facebook eine Rückkauf-Aktion zu starten. Kunden, die die bei KiK gekaufte Ware zu Esprit zurückbrachten, bekamen dafür einen Zehn-Euro-Gutschein. Ob S.Oliver Ähnliches versuchen wird, bleibt abzuwarten. In einem ersten Statement distanziert sich das Rottendorfer Modeunternehmen von der Sonderposten-Aktion bei Woolworth: „Der Verkauf  von Ware in Textil-Discountern wie Woolworth entspricht in keiner Weise unserer Vertriebsstrategie", teilt das Unternehmen mit. "Wir werden den Sachverhalt gründlich prüfen und behalten uns zudem gegenüber Woolworth rechtliche Schritte vor.“

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