Norbert Möller, Executive Creative Director und verantwortlich für Corporate Design bei der Peter Schmidt Group in Hamburg:

Hätte man die Änderung des Logos nicht kommuniziert – wir würden heute nicht darüber reden: Der Schriftduktus ist erhalten geblieben, nur die "T"-Stämme wurden unten abgerundet. Das sieht gefällig aus, ist aber letztlich viel Rauch um wenig. Und weil sich nicht viel geändert hat, wird das Logo sicher genauso gut funktionieren, wie das alte.

Allerdings: Bei einem so tollen Palindrom wie Otto muss man besonders auf die Lesbarkeit achten. Beim alten Logo sind durch die Umrisslinien weiße Litzen entstanden, die die Buchstaben sogar noch etwas besser getrennt haben. Diese geht jetzt verloren und in der extremen Verkleinerung ist das Wortbild nun auch nicht viel besser lesbar. Und dass der Rotton nicht in allen Medien gleich war, das kann ja wohl nicht im Ernst der Grund für die Logoänderung gewesen sein: Dafür gibt es Festlegungen und Normwerte, die für jeden zugänglich sind.

Martina Hausel, Element C, München

"Otto hat ein neues Logo” – da hat aber jemand gehörig die Buschtrommeln geschlagen! Um mal wieder mehr Aufmerksamkeit auf die Marke zu ziehen?

Tatsächlich aber hat sich Otto nicht neu erfunden, denn im Grunde ist das weniger ein "neues", sondern eher ein "modifiziertes” Logo. Also ein sehr sanftes Redesign und eher Evolution als Revolution – aber typografisch gekonnt gemacht! Der Schriftzug wirkt nun im Verhältnis der Zwischenräume zu den Innenräumen der einzelnen Buchstaben deutlich harmonischer, und auch die Angleichung der Schwünge in Arm und Auslauf der "T" erzeugt eine angenehme und fließende Leichtigkeit und ist in seiner Anmutung deutlich weniger technisch.

Auf alle Fälle ist diese visuelle Überarbeitung strategisch sinnvoll und zeitgemäß im Zuge der Digitalisierung der Marke und der optimierten Einsetzbarkeit auf mobilen Geräten - wo es übrigens tatsächlich viel prägnanter wirkt. Auch der insgesamt deutlich weichere und weiblichere Charakter der Logotype und der frischere Rot-Ton kommt moderner daher und ist sicher absolut zielgruppengerecht.

Apropos: Auch wenn Kunden sich manchmal anfangs schwer tun mit dem veränderten Erscheinungsbild von wertgeschätzten und tradierten Marken – letztendlich geht es hierbei um Wiedererkennbarkeit. Dies ist hier wirklich gut gelungen, weil die behutsame Überarbeitung und Weiterentwicklung den ursprünglichen Charakter des Logos respektvoll beibehält und sogar noch intensiviert. Und, ganz ehrlich: Wer kann sich schon tatsächlich daran erinnern, dass das vorherige OTTO-Logo eine Outline hatte?