Nicht immer einer Meinung (aber sonst wär's ja auch langweilig): Frank Zimmer und Lena Herrmann
Nicht immer einer Meinung (aber sonst wär's ja auch langweilig): Frank Zimmer und Lena Herrmann © Foto:Jan Philipp Schlecht

Heimat-Kreation | | von Frank Zimmer

Pro und Contra Rewe-Spot: Die Debatte

Der neue Rewe-Spot von Heimat polarisiert die Branche. Auch in der W&V-Redaktion gibt es zur Kreation von Heimat sehr unterschiedliche Meinungen. Lena Herrmann und Frank Zimmer über Pro und Contra.

Online-Chef Frank Zimmer ist vom Spot enttäuscht:

"Doch, ja. Der neue Rewe-Spot von Heimat hat bei mir etwas ausgelöst. Und zwar den dringenden Wunsch nach derber, ehrlicher, lauter und trashiger Abverkaufsreklame. Denn die permanente Kuschel-Werbung für langweilige Marken, die spätestens seit Ergo und Aimaq von Lobenstein ganz groß in Mode ist, nervt allmählich. Klar, Marken-Kampagnen haben ihre eigenen Gesetze. Aber sollten Marken nicht etwas mit Unterscheidbarkeit zu tun haben? Mit Charakter? Vielleicht sogar mit Ecken und Kanten? Dann möchte ich gerne wissen, welcher Charakter im Fall Rewe vermittelt werden soll. "Sympathisch, modern und verantwortungsbewusst", heißt es in einer Pressemitteilung. Von Rewe, das muss man vielleicht noch hinzufügen, denn die Positionierung "sympathisch, modern und verantwortungsbewusst" hätte auch von Opel, Allianz oder Maike Schlecker stammen können. Sie ist genau so austauschbar, wie weite Teile des Spots, der abwechselnd an Werbung für Deoroller, Levi's-Jeans oder psychedelische Kindergeburtstage erinnert. Sie sagt nichts aus. Und das ist so ziemlich das Traurigste, was man von einer Marke behaupten kann."

Lena Herrmann, Redakteurin im Agenturressort und Kontakter-Bloggerin. hält dagegen:

"Das sehe ich komplett anders. Wer die Rewe-Kampagne als "Kuschel-Werbung" bezeichnet, der hat einfach nicht richtig hingehört. Nur weil sich am Ende ein Paar - zugegebenermaßen ein bisschen sehr süßlich - mit Radieschen füttert, geht es bei dem Spot in keinster Weise um weichgespülte Kommunikation. Stattdessen spricht die Kampagne genau die Zielgruppe an: Menschen, die sich Gedanken um ihre Ernährung machen, die verstanden haben, dass eine Bio-Ananas aus Südamerika auch nicht besonders ökologisch zu uns gekommen ist. Menschen, die keine Lust mehr auf Convenience-Food haben und für die gesunde Lebensmittel auch ein Bekenntnis zu Achtsamkeit mit der Natur und den Mitmenschen sind. Das klingt pathetisch. Auch im Spot. Aber: "Warum machen wir es uns so schwer, bewusster hinzuschauen?", ist eine Frage, die ganz viele Leute beschäftigt. Und die wirklich relevant ist. Das verstehen vielleicht Männer nicht, die Geschmacksverstärker gerne mal in Kauf nehmen, wenn es dafür in der Küche schneller geht. Aber das hat die Agentur Heimat verstanden und inszeniert mit der Kampagne perfekt den Rewe-Claim "Besser leben". Endlich ein Film, bei dem keine ach so frischen Erbschen durchs Bild rollern. Die Bilder sind modern und frisch, die Tempi der Szenen unterschiedlich und aufregend. Und der Spot insgesamt einfach gut gelungen."

Pro und Contra Rewe-Spot: Die Debatte

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