Spiel mit Klischees: Die niederländische Bank nimmt ihre Landsleute liebevoll auf die Schippe.
Spiel mit Klischees: Die niederländische Bank nimmt ihre Landsleute liebevoll auf die Schippe. © Foto:

| | von Lena Herrmann

Rabobank: Der Holland-Spot von Lukas Lindemann Rosinski

Die niederländische Rabobank kommt mit dem Direktbankangebot Rabodirekt nach Deutschland und kommuniziert das mit einer Kampagne. Mitte Juli startet der erste Spot, für den Marketingleiter Matthias Trusheim die Hamburger Agentur Lukas Lindemann Rosinski verpflichtet hat. Im August folgt der zweite Spot, ein dritter Commercial ist für den Herbst geplant.

Das Aufsehenerregende an der Kampagne: Die niederländische Bank traut sich, augenzwinkernd und witzig zu sein. So nimmt sie ihre eigenen Landsleute liebevoll auf die Schippe. Die chaotischen Banker im Spot sitzen in einem Wohnwagen, der über das flache Windmühlenland flitzt, beschäftigen sich mit Käse und telefonieren mit Holzschuhen. Außerdem sind sie alle blond, tragen Hosenträger und reden wie Rudi Carrell.

Mit dem Auftritt, der sich komplett von denen der konkurrierenden Unternehmen wie Comdirect oder ING-Diba unterscheidet, will sich Rabodirekt in einem Markt positionieren, der hart umkämpft ist und auf dem es wenig Verschiebung gibt - schließlich bleiben viele Kunden ihrer Bank schon aus Bequemlichkeit treu. Auch wenn es bei der Konkurrenz bessere Zinsen gibt. Zumal seit der Bankenkrise das Geschäft mit üppigen Zinsen so gut wie zum Erliegen gekommen ist.

Jetzt also witzig. Ob Rabodirekt mit dem komödiantischen Konzept Erfolg hat, wird sich zeigen. Mit Sicherheit freut sich die Kreativagentur über einen Kunden, der bereit ist, auch mal unkonventionelle Wege in der Kommunikation zu gehen. Außerdem bedarf es dringend eines Alleinstellungsmerkmals für die Bank, um schnell einer breiten Masse bekannt zu werden. Mit temperamentvoller und mutiger Werbung kann das mit Sicherheit gelingen. Ob den Kunden allerdings Attribute wie Sicherheit und Vertrauen nahe gebracht werden können, wenn sich die Bank in ihrer Kampagne offenbar selbst nicht ganz ernst nimmt, das sei dahingestellt. Gut möglich, dass das einem Großteil des Klientels auch nicht so wichtig ist.

Vor allem TV und Online (Banner und virale Spots) kommen im Rahmen der Kampagne zum Einsatz. Nach einem Pitch konnte sich Zenith aus Düsseldorf den Mediaetat sichern. Der PR-Etat ging an A&B One, Frankfurt. Um die digitalen Ansätze kümmert sich die Bank aktuell noch selbst - gut möglich, dass sich das in Zukunft aber noch ändern wird.

Ein Interview mit Matthias Trusheim, Marketingchef der Rabodirect, über Freiräume für Agenturen lesen Sie in der aktuellen Werben & Verkaufen Nr. 28.

 Der Mut, den die Rabobank an den Tag legt, muss belohnt werden, findet Kontakter-Bloggerin Lena Herrmann und wünscht sich weniger Konsens-Werbung in den Werbeblöcken. Dann klappt das auch mit dem Filmlöwen in Cannes.

Rabobank: Der Holland-Spot von Lukas Lindemann Rosinski

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