Glückloser Design-Förderer: Philipp Rösler.
Glückloser Design-Förderer: Philipp Rösler. © Foto:REGIERUNGonline/ Chaperon

| | von Frank Zimmer

Rösler-Ministerium setzt Designpreis in den Sand

Philipp Rösler ist sich ganz sicher: "Mit einer Kombination aus Bewährtem und Neuem" werde der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland "in diesem Jahr seine Spitzenstellung als 'Preis der Preise' weiter festigen", teilt der Bundeswirtschaftsminister und FDP-Chef noch immer auf der Award-Website mit. Tatsächlich entwickelt sich der erstmals ohne den Rat für Formgebung ausgerichtete Wettbewerb 2012 zum Fiasko. Exakt 396 Arbeiten wurden bis zum Bewerbungsschluss eingereicht. Im Vorjahr waren es noch rund 1500.

Beim Award-Organisator DMY hält man den starken Rückgang für "nicht verwunderlich, ob der Konfusion mit dem Nachfolgepreis des Rat für Formgebung". Gemeint ist eine bis dahin einmalige Wettbewerbssituation: Das Wirtschaftsministerium hatte die langjährige Award-Kooperation mit der Frankfurter Design-Stiftung Rat für Formgebung beendet und nach einer Ausschreibung die Berliner Agentur DMY mit der Neuausrichtung und Organisation des Designpreises beauftragt. Nach brancheninternen Querelen und juristischen Hakeleien brachte der Rat daraufhin einen eigenen Wettbewerb an den Start, den German Design Award.

Dessen Einreichungsfrist läuft noch, aber nach W&V-Informationen ist das Interesse am German Design Award nicht geringer als beim letztjährigen Designpreis der Bundesrepublik Deutschland. Rund 1500 Bewerbungen würden wohl auch diesmal zusammenkommen, ist aus Frankfurt zu hören. Der Rat für Formgebung will das nicht kommentieren. In der Branche wird aber bereits über neue Verhandlungen mit dem Ministerium spekuliert, bei der der Rat eine deutlich stärkere Position hätte. Geschäftsführer Lutz Dietzold äußert sich dazu nicht, lässt aber durchblicken, dass der Rat gesprächsbereit ist: "Wir bringen jederzeit unsere Expertise ein, wenn sie gewünscht ist", sagte er auf W&V-Anfrage.

Sicher ist bisher nur: Der German Design Award wird im kommenden Februar verliehen und bleibt damit im üblichen Turnus. Der neu ausgerichtere Designpreis der Bundesrepublik Deutschland wäre eigentlich schon viel früher dran. "Im Herbst", wie es auf der Website heißt. So ganz genau weiß man es aber wohl noch nicht: "Näheres dazu wird noch bekannt gegeben".

Update: Mittlerweile hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie auf Anfrage von W&V Online zur Entwicklung des Designpreises Stellung bezogen. Demnach ist man "zuversichtlich, dass sich die Neukonzeptionierung (des) Designpreises durchsetzen, und mittelfristig wieder zu steigenden Einreicherzahlen führen wird". Der mit DMY abgeschlossene Dienstleistungsvertrag für den Designpreis 2012 enthalte "eine Verlängerungsoption, über die bis zum vertraglich vereinbarten Termin zu entscheiden sein wird". Wie und mit wem es weitergeht, darüber "könne derzeit keine Aussage getroffen werden." (25.7.2012).

Rösler-Ministerium setzt Designpreis in den Sand

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht