Oh Gott, ist schon wieder Weihnachten?
Oh Gott, ist schon wieder Weihnachten? © Foto:

Kreation | | von Frauke Schobelt

Sexismus und Geschenkewahn: So stressig wird Weihnachten

Von wegen besinnliche Weihnachten: Viele Kampagnen aus aller Welt vermitteln ein ganz anderes Bild vom (kommerziell) wichtigsten Fest des Jahres. Es ist Stress pur! Die Marken versprechen: Wir lassen Sie mit dem Horror nicht alleine. Weil sie dabei aber gerne mit Klischees und Stereotypen spielen, sind einige in die Schusslinie geraten - in Großbritannien erhielt der Werberat ASA etliche Beschwerden. W&V Online stellt die Kampagnen und weitere internationale Weihnachtsspots vor.

"Fröhliche" Weihnachten - aber nicht für Mutti: Für die britische Supermarktkette Morrisons bringt die Agentur DLKW Lowe die stressigen Seiten von Weihnachten witzig auf den Punkt, indem sie surreale, fast schon alptraumhafte Momente in die Realität mixt. Höhepunkt: Mutter gegen Weihnachtstruthahn im Boxring. Die Hommage an die Zielgruppe führte prompt zu Beschwerden beim britischen Werberat - wegen Sexismus.

Dieses Schicksal teilen auch Konkurrent Asda und seine Agentur Saatchi & Saatchi, die ebenfalls eine Mutter bei den Weihnachtsvorbereitungen zeigen, allerdings nicht ganz so skurril. Bislang gingen dagegen über 180 Beschwerden beim Werberat ASA (Advertising Standards Authority) ein.

Wie stressig der Spielzeugkauf sein kann, erzählt die "Toy Story" von Barclay (Agentur: BBH London). Dafür kooperiert die Bank mit ITV und der App Shazam. Wer damit den Spot taggt, kann Spielzeug gewinnen. Gleichzeitig geht eine Spende an ein Kinderhospital. Auch gegen diese Kampagne gab es Beschwerden - weil der Papa so überfordert wirkt und der Affe Barbie mobbt ("Verzieh dich - er hat einen Jungen".)

Wie empfindlich Menschen auf Weihnachtskampagnen reagieren, musste im Dezember 2011 in Deutschland auch Media Markt erleben mit der Kampagne "Weihnachten wird unterm Baum entschieden". Viele empfanden dies als "Verhöhnung christlicher Werte".

Dabei gehört der Geschenkekauf zum größten Stressfaktor beim Weihnachtsfest. Viele Kampagne sezieren deshalb auch in diesem Jahr lustvoll die Qual der Wahl und den Zeitdruck:

Außer Kontrolle gerät etwa im Spot "Pony" von Ebay und Toy's R US der sehnlichste Weihnachtswunsch der Tochter:

Einen "Bad Gift Alert" gibt es beim Online-Versandhändler Very.co.uk (Agentur: St. Luke’s). Hier helfen Superheldinnen gegen den Faux-Pas unterm Weihnachtsbaum.

FedEx empfiehlt sich in den Spots von BBDO, New York, für Last-Minute-Versender als Retter in der Not.

Es geht aber auch herzlicher: Das britische Kaufhaus John Lewis ist berühmt für seine herzerwärmenden Weihnachtskampagnen, die auf Youtube Millionen Klicks erzielen. Diesmal inszeniert die Agentur Adam & Eve (Regie: Dougal Wilson) eine Liebesgeschichte zwischen zwei Schneemännern, von denen einer zu einer frostigen Reise aufbricht - um das perfekte Weihnachtsgeschenk zu finden.

Die Parodie darauf folgte prompt von Shop Ann Summers - mit einem alternativen Ende.

PS: Bei Coca-Cola hat der Weihnachtsstress traditionell keine Chance. In der globalen Kampagne für 2012 - die von Coca-Cola Deutschland entwickelt wurde und jetzt startete - bringen alle gemeinsam eine Riesen-Marionette in Gang. Eine Gruppenkuschel-Botschaft "Für alle, die nicht an Weihnachten glauben".

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