Markus Rech, Vorsitzender der Geschäftsführung von Sport Scheck.
Markus Rech, Vorsitzender der Geschäftsführung von Sport Scheck. © Foto:Otto Group

Neue Geschäftsführung | | von Lena Herrmann

So soll Sport Scheck wieder auf die Beine kommen

Bereits im vergangenen Jahr waren die Gerüchte laut geworden, dass Stefan Herzog nach mehr als zehn Jahren Sport Scheck verlassen wird. Ende vergangener Woche war es dann so weit: Bevor im Februar das Geschäftsjahr zu Ende geht, verkündet die Hamburger Otto Group das Ausscheiden von Herzog. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Sport Scheck das zweite Mal in Folge rote Zahlen. Im Geschäftsjahr 2014/15 sank der Umsatz um sieben Prozent auf 296 Mio. Euro. In Folge dessen kam im September 2015 Markus Rech als neuer Geschäftsführer zu dem Sporthändler. Jetzt löst er Herzog ab.

Außerdem rückt Jan Kegelberg in die Geschäftsführung auf. Seit September ist der 44-Jährige Chief Digital Officer bei Sport Scheck. ab sofort übernimmt er die Bereiche Vertrieb E-Commerce, Marketing und Customer Intelligence. Seine Berufung in die Geschäftsführung, die dann aus Rech und Kegelberg und Finanzchef Lars Schöneweiß besteht, ist ein Zeichen. 

Ab sofort geht es bei Sport Scheck darum, den Kunden über alle Wege anzusprechen. Als „Multichannel-Sportfachhändler“ will Sport Scheck alle Kanäle bedienen. Zu den bisher 13 Millionen Besuchern in den 20 Geschäften sollen deutlich mehr Besucher der Webseite kommen. Aktuell sind es 37 Millionen Visits im Jahr.

Veranstaltungen sollen Sport Scheck von der Konkurrenz unterscheiden. Kegelbergs Job ist es, „bei Sport Scheck alle aktiven, sportlichen Menschen miteinander zu verbinden und eine lebendige Sportgemeinschaft zu formen.“

Nach wie vor spielt der stationäre Handel bei Sport Scheck eine große Rolle – doch das Sortiment ändert sich: Die Action-Sportarten wie Skaten und Surfen rücken in den Hintergrund. Jahrelang waren sie das Aushängeschild des Sporthändlers mit dem orangefarbenen Corporate Design. Künftig orientiert sich das Unternehmen verstärkt Richtung Sport und vernachlässigt den Lifestyle. Konkret bedeutet das, dass vor allem Fußball, Laufen, Training und Outdoor mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Vorbereitend für die neue Ausrichtung hat das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren mit großer finanzieller und logistischer Anstrengung die IT und die Logistik umgestellt. So kann Sport Scheck jetzt die Auslieferung der Bestellung am gleichen Tag garantieren und im Online-Shop ist die Verfügbarkeitsanzeige auf Echtzeit umgestellt.

Der Sportfachhandel steckt schon länger in der Krise. Unternehmen wie H&M, Tchibo oder Zara bieten inzwischen ebenfalls Sportklamotten an – deutlich zu einem günstigeren Preis. Die wachsende Zahl der Kunden bedient sich meistens dort – oder eben online. Dazu kommen Vollsortimentler wie Decathlon. Fachgeschäfte erreichen ihre Kunden immer weniger. Es braucht also gute Ideen, um für die Kunden wieder wichtig zu werden.

Nach Angaben im Unternehmen sehen die Zahlen für dieses Jahr deutlich besser aus: Seit Geschäftsjahresanfang liegt der Umsatz bei 13 Prozent über dem Vorjahr. Ein Anfang. Wie genau die Zahlen werden, wird sich erst in wenigen Wochen zeigen. Viel Zeit hat Rech mit seinem Team nicht.

So soll Sport Scheck wieder auf die Beine kommen

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