Steuersünder | | von Deutsche Presse-Agentur

So tricksen Google, Apple, Microsoft und Co. bei der Steuer

Starbucks und Fiat müssen zahlen. Die EU-Kommission bittet die beiden Unternehmen mit jeweils 20 bis 30 Millionen Euro zur Kasse. Der Grund: Nach Ansicht der Behörde haben die Niederlande und Luxemburg Starbucks und Fiat illegale Steuervorteile verschafft. Im Visier stehen aktuell auch Amazon in Luxemburg und Apple in Irland. Gerade im Fall des Unternehmens aus Cupertino ist das nicht verwunderlich, wie eine Studie zweier gemeinnütziger US-Organisationen belegt. Ihr zufolge ist Apple der größte Steuer-Trickser unter der Tech-Riesen.

Für die niedrigen Steuern der Unternehmen ist oftmals eine Praxis mit Namen "Double Irish" verantwortlich: Dank zwei in Irland gemeldeter Unternehmen können Gelder so umgeleitet werden, dass in keinem der beteiligten Länder Steuern anfallen. Das Schlupfloch ist zwar offiziell seit Januar dieses Jahres geschlossen, für bestehende Deals besteht allerdings noch eine Übergangsperiode bis 2020. Von den großen Tech-Konzernen profitiert laut Studie Apple am meisten: 2014 hat das Unternehmen demnach gut 181 Milliarden US-Dollar in Steueroasen geparkt. Auf Platz zwei folgt Microsoft mit 108 Milliarden US-Dollar. Danach kommen IBM und Cisco mit 61 respektive 53 Milliarden. Vierter ist Google mit 47 Milliarden US-Dollar.

Infografik: Tech-Riesen horten Milliardenbeträge in Steueroasen | Statista

Die Urteile gegen Starbucks und Fiat sowie die Ermittlungen gegen Apple und Amazon haben die Aufmerksamkeit für die umstrittenen Steuersparmodelle deutlich erhöht. Ein Sonderausschuss im EU-Parlament ermittelt zudem noch in der sogenannten "Luxleaks"-Affäre. Ob nun bereits alle Steuer-Schlupflöcher geschlossen sind, ist jedoch nicht sicher. Amazon kündigte zumindest im März an, Gewinne nicht
mehr zentral in der Europazentrale in Luxemburg zu versteuern. Der Konzern will sie jetzt in den einzelnen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, versteuern. (dpa/sb)        

So tricksen Google, Apple, Microsoft und Co. bei der Steuer

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(1) Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht