Disney-Blockbuster | | von Deutsche Presse-Agentur

Spoiler-Angst nach Weltpremiere von "Star Wars"

Verkleidete Stars, jubelnde Fans und jede Menge Roboter auf dem roten Teppich: Mit einem grandiosen Fest haben Darsteller wie Harrison Ford, Lupita Nyong'o und Adam Driver die mit Spannung erwartete Weltpremiere des neuen "Star Wars"-Films gefeiert. Die ersten Reaktionen auf die siebte Episode der Weltraumsaga fielen positiv aus: ""Das Erwachen der Macht" könnte der beste Blockbuster seit dem Original sein", schrieb der Dokumentarfilmer Brett Morgan auf Twitter. "Geschichte, Rollen, Design, Humor - "Star Wars"-Fans, das ist euer Film", kommentierte die Filmkritikerin der "Los Angeles Times", Rebecca Keegan.

Gemeinsam mit Robotern wie R2-D2 und weißen Stormtrooper-Soldaten zogen die Hollywood-Schauspieler am Montagabend (Ortszeit) in Los Angeles unter dem Jubel Hunderter Fans über einen 600 Meter langen roten Teppich. Fans hatten zuvor tagelang vor dem komplett von einem riesigen Zelt umhüllten Teppich campiert. Oscarpreisträgerin Lupita Nyong'o, die die Piratin Maz Kanata spielt, kam in einem funkelnden Glitzerkleid: "Ich dachte mir, ich bringe die Galaxie mit", sagte die 32-Jährige am roten Teppich, der live im Internet übertragen wurde. "Ich bin so aufgeregt, hier dabei zu sein, mir stehen die Haare zu Berge!"

Zum Inhalt von "Das Erwachen der Macht" waren bis zuletzt keine Details bekanntgeworden. Die Geheimhaltung sei allen nicht leicht gefallen, sagte Darsteller Oscar Isaac (36). "Aber es ist wie ein Geschenk. Wenn man jemandem ein Geschenk kauft, will man auch nicht, dass derjenige weiß, was darin ist, bevor er es aufmacht."

Die Fans sind weltweit gespannt, ob der Film die hochgelegten Erwartungen erfüllen kann. Einige Kritiker äußerten nur verhaltene Begeisterung - was aber auch mit einer Sperrfrist für Filmbesprechungen zu tun haben könnte. Den Premierengästen scheint es gefallen zu haben. TV-Produzent Steven Weintraub twitterte: "Ich sage nicht viel, bevor ich ihn noch einmal sehe, aber seid sicher: "Das Erwachen der Macht" ist der beste Sternenkrieg seit 1983... vielleicht 1980." Comedian Patton Oswalt schrieb auf Twitter: "JJ hat's geschafft."

Damit ist Regisseur J.J. Abrams gemeint, der vor einigen Jahren bereits die "Star Trek"-Reihe wiederbelebte. "Es ist surreal, es ist irrsinnig", sagte der 49-Jährige über die Stimmung auf der aufwendig gestalteten Weltpremiere. "Es ist komisch. Einerseits waren es drei Jahre voller Arbeit, andererseits frage ich mich, wie das alles so schnell vorbei gehen konnte." Er könne nicht sagen, welchen Stempel er der "Star Wars"-Reihe nun aufdrücke: "Ich sehe es nicht von diesem Standpunkt aus. Ich versuche, dem Meister zu dienen - und das ist immer die Geschichte mit den verschiedenen Rollen."

Zahlreiche Darsteller aus den ersten Filmen aus den 70er und 80er Jahren sind wieder mit dabei, wie Harrison Ford, der erneut die Rolle des Han Solo spielt. Der 73-Jährige kam in Begleitung seiner Ehefrau Calista Flockhart zur Weltpremiere. "In den 70ern wusste niemand, was er erwarten sollte, niemand hatte so etwas schon einmal gesehen - heute müssen wir den Erwartungen gerecht werden, die die ersten Filme gesetzt haben. Druck verspüre er dennoch nicht. "Man muss eine Geschichte mit den eigenen Erfahrungen und Instinkten erzählen, an sich selber glauben", sagte Ford. Carrie Fisher (59), die wieder die Rolle der Leia spielt, brachte ihre Tochter Billie Catherine Lourd mit auf den roten Teppich.

Aber auch neue Schauspieler sind dazugestoßen, wie Adam Driver, der Kylo Ren, einen Anhänger der dunklen Seite der Macht spielt. "Mit der Original-Besetzung zu arbeiten, war der Wahnsinn", sagte der 32-Jährige auf dem roten Teppich. "Ich bin mit "Star Wars" aufgewachsen und mir hat besonders gut gefallen, dass diese Original-Besetzung den jugendlichen Ehrgeiz hatte, den Film besonders gut zu machen."

Regisseur Steven Spielberg resümierte über den Erfolg der Weltraum-Saga: "Das kulturelle Event des ersten "Star Wars"-Films war wie eine seismische Schockwelle, die rund um die Welt lief - bevor es soziale Medien und das alles gab." Damals habe sich alles weltweit langsamer verbreitet, aber er sei sich schon damals sicher gewesen, dass es dauerhaft sein werde. "Kein Projekt in der Geschichte des Films hat so viel Feuer entfacht und ist so beständig", stellte der 68-Jährige fest.

"Das Erwachen der Macht" kommt am Donnerstag in die deutschen Kinos. Die Europa-Premiere in London sowie die Premierefeier in Berlin überträgt Disney live auf www.prosieben.de, www.bild.de sowie www.starwars.de. Es ist der siebte Film der Reihe und das erste "Star Wars"-Spektakel seit zehn Jahren. George Lucas ist allerdings nicht mehr dabei. Der Schöpfer der Sternenwelt hatte sein Imperium vor drei Jahren an Disney verkauft. Der Unterhaltungsgigant macht für den Film, der Medienberichten zufolge rund 200 Millionen Dollar (etwa 180 Mio Euro) gekostet haben soll, seit einem Jahr intensiv Werbung. Auch das Merchandising-Geschäft verspricht dicke Gewinne. 

Bei Fans, die den Film noch nicht gesehen haben, geht jetzt die Angst um vor Spoilern. Hier sind einige Reaktionen aus dem Netz:

Spoiler-Angst nach Weltpremiere von "Star Wars"

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht

Spoiler-Alarm: 10 Medien, die Serienjunkies meiden sollten

von Susanne Herrmann

... wenn Sie nicht wollen, dass man Ihnen die Überraschung verdirbt.

ACHTUNG, dieser Artikel kann Spoiler enthalten zu "Game of Thrones", "How I Met Your Mother", "Lost", "House of Cards", "Breaking Bad" u.a.

Leider ist es ja so, dass in Zeiten von TV-Streaming und zeitversetztem Fernsehen nicht mehr wie einst bei "Lindenstraße", "Bonanza" oder "Tatort" alle gleichzeitig vor der Glotze hocken, wenn plötzlich eine Hauptfigur stirbt/die Liebenden heiraten/der Mörder entlarvt wird/Hop Sing eine neues Rezept ausprobiert.

Mit der Freiheit, vor allem Serien zu gucken, wann und wo und wie viele am Stück wir wollen, steigt das Risiko, dass irgendeiner uns den Knaller verdirbt, nur weil er immer alles als Erster guckt und dann die Klappe nicht halten kann. Medien können streng genommen über Serien kaum noch berichten, weil jeder Leser auf einem ganz anderen Stand sein kann. Das allgegenwärtige Internet macht es noch schlimmer: Man kommt dem Spoilern ja kaum noch aus.

Damit Ihnen das nicht passiert, sind hier die Kanäle - und die Prominenten - die Sie meiden sollten:

1. Facebook

Ja, Social Media ist gestrichen, solange Sie noch hintendran sind beim Gucken Ihrer Lieblingsserie. Hier erfuhren zum Beispiel die Fans von "How I Met Your Mother" 2013 als Erstes, wer nun die Mutter wirklich ist und was aus ihr wird.

2. Twitter

Auf Twitter ist es nicht viel besser. Hier sickerte unter anderem eine brachiale und (für Nicht-Leser) wirklich unerwartete Wendung in "Game of Thrones" Staffel drei durch.

Für alle, die das psychisch wahnsinnig mitgenommen hatte, wurde dann übrigens die Twitter-Seite @RedWeddingTears angelegt - zum Trauern und Wut rauslassen. Und Spoilern.

3. Bild

Auch bei "Bild" und Bild.de stolpert man ab und an unversehens über eine Nachricht, die man gar nicht wissen wolle - so wie diese. Immerhin beginnt die Warnung zum Spoiler von Staffel sechs Folge vier mit einer Warnung. "Es ist wie immer: Falls Sie es nicht wissen wollen, dann lesen Sie hier bitte nicht weiter." Das klappt aber nicht immer gleichermaßen gut.

Schon im Titel ein Hinweis - aber manchmal leiten einen Anrisse im Web auf eine Nachricht, die man lieber verpassen wollte. (Bild.de)

Schon im Titel ein Hinweis - aber manchmal leiten einen Anrisse im Web auf eine Nachricht, die man lieber verpassen wollte. (Bild.de)

4. T-Online

So geschehen auf bei T-Online: Die Nachrichtenseite gab schon mal einen Ausblick auf die siebte Staffel von "Game of Thrones" - Staffel sechs ist vorbei und die Fans scharren schon mit den Hufen, da sind Klicks garantiert.

Für alle, die sich nicht auf den Link zu klicken trauen, ist lediglich interessant: Staffel sieben wird sich verzögern, weil es Probleme mit dem Wetter beim Dreh gibt. Das alles steht (danke, T-Online) am Anfang des Artikels - gespoilert wird weiter unten ab "Alle News zu "Game of Thrones" im Überblick". Die noch weiter unten stehende Spoilerwarnung kommt viel viel zu spät.

5. Telegraph

Auch wer öfter mal auf internationalen Seiten surft, kann verfrüht über Auflösungen lang aufgebauter Spannungsbögen stolpern. Zwar warnt auch der britische Telegraph gleich davor, dass er das Ende von "Lost" verrät. Aber die Seite ein bisschen zu spät geschlossen, einen Blick aufs Foto erhascht - schon ist die Überraschung verdorben.

6. Serienfuchs

Hier ist das Risiko enorm hoch - nicht, weil die Fanseite von Gogol Medien ein Superspielverderber ist - sondern weil schon die Überschrift so viel Pikantes enthält, dass sich die nett gemeinten und im Vorspann platzierten Spoiler-Warnungen erübrigen. Obendrein ist zum Beispiel der oben verlinkte Text zur vierten Staffel "House of Cards" gespickt mit großen, fetten Zwischenüberschriften.

Das erleichtert den Lesefluss enorm - und die Spoilergefahr auch. Finger weg und nicht googlen (!), wenn Sie noch nicht alles gesehen haben von "Walking Dead", "Pretty Little Liars", "Outlander", "Hannibal", "Downton Abbey" ... (tbc).

Der will doch nur spielen, der "Serienfuchs" - mit der Seite sollten Fans aber vorsichtig umgehen.

Der will doch nur spielen, der "Serienfuchs" - mit der Seite sollten Fans aber vorsichtig umgehen.

7. Der Standard und die Süddeutsche

Beiden haben sich unter anderem "Game of Thrones" brav Folge für Folge angeschaut und natürlich darüber berichtet. "Wir haben 'Game of Thrones' gesehen", kräht der Standard. Die "Süddeutsche" hat das auch getan. Wie schon vor wenigen Jahren die Kultserie "Breaking Bad". Deren letzte Folge 2013 war absolut rezensionswürdig - weil wegweisend für die Fernsehbranche.

Immerhin waren die Kollegen von der "SZ" so liebenswürdig, in der Überschrift nicht zu viel zu verraten und mit dem Vorspann wirklich möglichst viele Unwissende abzuschrecken. Alles also eine Frage der Selbstbeherrschung.

Bis hierher und nicht weiter konnte man lesen, wenn man "Breaking Bad" nicht nicht zu Ende geschaut hatte. (SZ.de)

Bis hierher und nicht weiter konnte man lesen, wenn man "Breaking Bad" nicht nicht zu Ende geschaut hatte. (SZ.de)

8. Google & Barack Obama

Wenn ein US-Präsident zugleich Fanboy ist, kann das extrem hinderlich sein. Dummerweise steht Barack Obama auf "Game of Thrones" - eine der am meisten von Spoilern gefährdeten Serien, weil schon die Buchvorlage vor überraschenden Wendungen strotzt. Dank Obama kam die HBO-Serie von den bunten Seiten für Serienfans in die Nachrichten. Wie die SZ voriges Jahr schrieb, bekam nach Ende der Staffel 5 jeder einen "GoT"-Spoiler, der Obama googelte. Weil der mit dem Regisseur über das Schicksal einer wichtigen Hauptfigur sprach - und Antwort bekam.

9. Fernsehen & Thomas Gottschalk

Er kam Anfang Juni zurück mit einer Show auf RTL. Dummerweise in Konkurrenz zum ARD-"Tatort" programmiert. Und weil der regelmäßig am Sonntag die meisten Zuschauer holt, versuchte der routinierte Showmaster Gottschalk, das "Tatort"-Gucken überflüssig zu machen. Er verriet gleich um 20.15 Uhr fix, wer in der Folge vom 5. Juni der Mörder war. Wir sind gespannt, was er in weiteren Folgen petzt.

10. Instagram & Mario Götze

Der Nationalspieler liebt Serien. Auf seinem Instagram-Konto lässt er unter #Goetzeguckt gern seine Fans daran teilhaben. Die waren nicht arg begeistert, als der Fußballspieler eine der spannendsten Fragen zur aktuellen Staffel "Game of Thrones" im Social Web beantwortete. Im Netz entfachte das einen Sturm der Empörung

Götze guckt ... nicht nur in Sachen Fußball oft mal in die Röhre.

Götze guckt ... nicht nur in Sachen Fußball oft mal in die Röhre.

Bonus-Track: Und als Bonbon ein Super-Spoiler von Shortlist.com - bitte hier wirklich nur klicken, wenn Sie "Game of Thrones" Staffel sechs schon gesehen haben. Denn hier wird die Staffel in Gifs zusammengefasst. In sehr sehr schlauen Gifs.

Ein kleiner Trost von Spiegel Online: Eine von Netflix in Auftrag gegebene Umfrage zeige, dass die Amerikaner, denen wir in Sachen Serie ja gern folgen, mit Spoilern zu leben lernen. 76 Prozent der Befragten akzeptieren sie als einen Teil des Lebens, 94 Prozent wollen Serien auch nach einer großen Enthüllung weitergucken, 13 Prozent macht ein Spoiler mehr Lust auf eine Serie.

von Susanne Herrmann - Kommentare Kommentar schreiben