Die coole Paula muss sich mit einer Aldi-Kuh herumplagen.
Die coole Paula muss sich mit einer Aldi-Kuh herumplagen. © Foto:Screenshot

| | von Frauke Schobelt

Streit um Kinderpudding: Aldi-Kuh "Flecki" darf neben Oetkers "Paula" grasen

Die Kuh "Paula" ist eigentlich ganz cool, versteht aber keinen Spaß, wenn es um ihre Flecken geht. Deshalb wollte sie "Flecki" von ihrer Wiese vertreiben, was ihr aber bisher nicht gelang. Die Kinderpudding-Figur "Paula" von Dr. Oetker wird die Aldi-Rivalin "Flecki" wohl dulden müssen. Für ein europaweites Verbot, wie es der Lebensmittelriese Dr. Oetker gefordert hatte, sah das Düsseldorfer Oberlandesgericht am Dienstag keinen Anlass. Der Senat habe "große Schwierigkeiten", im Erscheinungsbild des "Flecki"-Kinderpuddings eine Verletzung des europaweit geschützten "Paula"-Designs zu sehen, meinte der Vorsitzende Richter Wilhelm Berneke. Offen ließ das Gericht die Frage eines bundesweiten Verbots. Die Entscheidung darüber soll am 24. Juli verkündet werden.

Puddingflecken mit "Dynamik".

Puddingflecken mit "Dynamik".

Seit 2006 vermarktet Oetkers seinen Pudding "Paula" mit einer Comic-Kuh, die eine Sonnenbrille trägt. Eine Erfolgsgeschichte: Mit dem Dessert-Sortiment errang das Unternehmen einen beachtlichen Marktanteil von 10,5 Prozent. "Flecki" wird von Aldi Süd seit 2011 ebenfalls mit einer Comic-Kuh vermarktet, die statt Sonnenbrille Blümchen und Kuhglocke trägt. Beide Produkte bestehen jeweils aus Schoko- und Vanillepudding - "grob vermengt, aber unvermischt". Der billigere "Flecki" könnte als eine Art "Volks-Paula" in mehreren europäischen Ländern zur ernsthaften Konkurrenz für den Oetker-Pudding werden.

Fotos des gefleckten Puddings hatte Oetker als europäisches Geschmacksmuster hinterlegt. Nun verlangt der Konzern in dem Eilverfahren Schutz für sein Design. Der Richter urteilte jedoch, die "Flecki"-Flecken seien im Gegensatz zu den "Paula"-Flecken "ohne aufsteigende Bewegung und ohne Dynamik". Außerdem sei die obere Schicht des Aldi-Puddings einfarbig, die des Oetker-Produkts durch die spiralförmige Drehbewegung kunstvoll gezeichnet. Der Oetker-Pudding zeichne sich durch einen "ästhetischen Mehrwert" aus, grenze sich dadurch aber auch von "Flecki" ab. Das Richter-Lob freute den Oetker-Anwalt allerdings nicht so recht: "Ich denke, dass wir genauso verstimmt sein sollten wie beim Chinesen, der den BMW X 5 einfach nachbaut und ihm nur andere Scheinwerfer und einen anderen Kühlergrill verpasst." Die Aldi Süd-Juristen wiesen dies zurück: "Flecki" grenze sich in praktisch jeder Hinsicht ausreichend von "Paula" ab.

Bereits vor dem Landgericht hatte Dr. Oetker eine Niederlage hinnehmen müssen. Das Gericht hatte am 1. März den Eilantrag auf ein europaweites "Flecki"-Verkaufsverbot zurückgewiesen. Die Details der Puddingprodukte lägen ausreichend weit auseinander, um eine Verwechslungsgefahr auszuschließen. "Natürlich tut das weh", hatte Unternehmer Richard Oetker die Entscheidung kommentiert. Schließlich war Oetker in die Berufung gegangen. (dpa)

Und so wird "Paula" beworben:

Streit um Kinderpudding: Aldi-Kuh "Flecki" darf neben Oetkers "Paula" grasen

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