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Trojanisches Mailing: DHL schmuggelt sich bei Konkurrenz ein

Jung von Matt/Neckar hat im hauseigenen Youtube-Kanal das Video "Trojanisches Mailing" veröffentlicht: Für den Kunden DHL hat die Agentur Pakete mit dem Logo des Logistikunternehmens bei der Konkurrenz eingeschmuggelt. Dank einer abgekühlten Thermofolie blieb die Werbebotschaft zunächst nicht sichtbar: So sammelte dann beispielsweise ein ahnungsloser UPS-Bote ein großes, schwarzes Paket ein, das sich später dann bei Plusgraden als wandelnde Werbung entpuppte. "DHL is faster", lautete der freche Spruch. Ein Youtube-Video in deutscher und in englischer Sprache erklärt die Aktion "Trojanisches Mailing". Die internationale Version des Filmchen kommt nach zwei Tage auf über 300000 Klicks bei Youtube.

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DHL hat "Trojanisches Mailing" nicht bestellt

von Ulrike App

Ende vergangener Woche machte ein Video "Trojanisches Mailing" rund um den Paketdienst DHL die virale Runde. Jung von Matt/Neckar hatte auf dem hauseigenen Youtube-Kanal den 80-Sekünder veröffentlicht - allerdings hatte der Kunde der Agentur zur Aktion anscheinend keinen Auftrag erteilt. Das sagt jetzt zumindest das Unternehmen. "Wir wussten von dem Video, es wurde aber nicht von uns initiiert", so ein DHL-Sprecher gegenüber W&V Online. Der Dienstleister habe den Clip für einen internen Wettbewerb der Agentur erstellt. Somit war nach Angaben von DHL das Filmchen nicht für die Öffentlichkeit vorgesehen. Dennoch könne das Unternehmen mit der Online-Karriere des "Trojanischen Mailings" gut leben. Schließlich werde die Marke "mit Humor" dargestellt, sagt der Sprecher.

Der Stuttgarter Ableger der Agentur "will sich momentan nicht dazu äußern". JvM-Oberboss Jean-Remy von Matt antwortet auf Anfrage von W&V: "Das DHL-Viral hat nach nur drei Tagen die 3 Millionen-Grenze geknackt. Ein absoluter Rekordwert vor dem Hintergrund, dass das Video im Gegensatz zu anderen Youtube-Hits nur für Marketing-Affine interessant ist. Und ich denke, es ist selbsterklärend, dass ein Weltkonzern eine Guerilla-Massnahme lieber von seiner Agentur posten lässt."

Dieses inszenierte Verwirrspiel lässt jetzt einigen Interpretationsspielraum, wie es zu dem "Trojanischen Mailing" kam. Zum einen will sich Jung von Matt offensichtlich als Agentur mit einer hohen Viral-Kompetenz positionieren. Was auch die aktuelle Aktion "Supergeil" für Edeka oder der Katzen-Film für Mercedes-Benz zeigen sollen. Auf der anderen Seite geht DHL mit einem solchen Filmchen auch ein gewisses Risiko ein. Der Kunde könnte also eine Art Testballon über die Agentur befürwortet haben. Unklar bleibt auch, wie viel Realität und wie viel Fiktion in diesem Kreativ-Werk stecken. Damit folgt Jung von Matt einem Trend: Etliche Virals von Werbungtreibenden wie Heineken oder LG lassen die Zuschauer rätseln, was an den Filmchen eigentlich echt ist - und was inszeniert.

In dem Clip "Trojanisches Mailing" tauchen Pakete mit dem Spruch "DHL is faster" auf. In dem Video wird das Ganze so erklärt: Dank einer abgekühlten Thermofolie blieb die Werbebotschaft zunächst nicht sichtbar. Ahnungslose Boten der Konkurrenz hätten dann große, schwarzes Paket eingesammelt, die sich dann bei Plusgraden als wandelnde Werbung entpuppten.

Auch bei der DHL-Konkurrenz ist die Aktion ein Thema. So reagierte DPD bei Twitter mit Humor:

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