Prankvertising | | von Sebastian Blum

Unechte Kellogg's-Kampagne wirbt mit Prostituierter

Sein Name dürfte wie kein Zweiter für zuckrige Frühstücksflocken stehen: "Tony der Tiger" ist immer noch eine der stärksten Marketing-Waffen der Kellogg Company. Für die Cerealien-Marke rührt das gestreifte Maskottchen schließlich schon seit über 60 Jahren die Werbetrommel. Der animierte Charakter ist für Eltern und Kinder vielleicht sogar schon ein Familienmitglied. Dem Claim "Kellog's Frosties schmecken so - die wecken den Tiger in dir!" ist in den 90ern schließlich kaum ein deutscher Fernseh-Zuschauer entkommen.

"Tony der Tiger" ist über die Jahre jedoch scheinbar erwachsen geworden: In dem Spot "Candy -Tony is Back!" macht das Testimonial für eine ausgelaugte Prostituierte den guten Samariter. Auf der eigens am vergangenen Freitag eingerichteten Seite kommentiert das vermeintliche Original dazu: "Über die Jahre habe ich so vielen Kindern bei ihren alltäglichen Problemen geholfen. Ich habe zehn Menschen getroffen, die vor 30 Jahren als Kinder in meinen Frosties-Spots aufgetreten sind. Seht, wie ich den heute 40-Jährigen bei ihren Problemen geholfen habe. 

 

Obwohl Tonys Image-Wandel gut inszeniert ist, entpuppt sich die Aktion schnell als - wenn auch sehr gut gemachter - Fake. Gegenüber dem Branchendienst "Adweek" hat sich Kellogg bereits von dem Spot distanziert, auf Twitter hat sich das Unternehmen ebenfalls geäußert.

Die Cerealien-Marke fährt anscheinend schon Gegenmaßnahmen: Der Instagram-, Facebook- und Twitter-Acount des falschen Tonys ist bereits vom Netz.

Die Urheber der Kellogg's-Parodie sind noch nicht bekannt. Die täuschend echte Aufmachung der Fake-Kampagne lässt jedoch vermuten, dass Profis am Werk sind. Der Spot um die Prostituierte mit dem Namen Candy könnte vielleicht auf das Konto von Aktivisten gehen, die auf den hohen Zuckergehalt der Cerealien aufmerksam machen wollen. Die Agentur Wieden + Kennedy war übrigens eine der ersten, die über den falschen Toni tweetete.

             

Unechte Kellogg's-Kampagne wirbt mit Prostituierter

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