Außenwerbung am stärksten betroffen

Angesichts der gegenwärtigen Situation mit den zunehmenden Ausgangsbeschränkungen auch in den USA kommt es nicht ganz überraschend, dass die traditionelle Außenwerbung von allen Medienkanälen am stärksten von den Maßnahmen betroffen ist. Gegenüber den ursprünglichen Planungen erwartet das IAB für März und April ein Rückgang bei den Werbegeldern in Höhe von 51 Prozent und von minus 41 Prozent für Mai und Juni. Bei der digitalen Out-of-Home-Werbung sind die Zahlen nicht viel besser: minus 45 Prozent im März und April, minus 38 Prozent im Mai und Juni.

Hier die erwarteten Einbußen für einige weitere Kanäle, jeweils für März und April beziehungsweise Mai und Juni:

Digital Display 41 Prozent/28 Prozent, Digital Video 37 Prozent/26 Prozent, Digital Audio 40 Prozent/31 Prozent, Social Media 33 Prozent/23 Prozent, Paid Search 30 Prozent/21 Prozent, Print 43 Prozent/34 Prozent, lineares Fernsehen 41 Prozent/35 Prozent, terrestrisches Radio 45 Prozent/35 Prozent und Direct Mail 34 Prozent/29 Prozent.

Dass die Zahlen für Mai/Juni jeweils "besser" sind als die für März und April ist immerhin noch ein Hoffnungsschimmer.

Eine deutliche Mehrheit der Befragten (73 Prozent) erwartet allerdings auch einen massiven Einfluss der Krise auf das – in diesem Jahr primär virtuelle – Werbeverkaufstreffen der großen TV-Networks und Videostreamingdienste Upfront 2020/2021. Hierbei gehen sie von einem Rückgang der Spendings gegenüber den ursprünglichen Planungen um rund ein Fünftel aus.

Einen weiteren erheblichen Einfluss auf die geplanten Werbeinvestitionen hat natürlich auch die Verschiebung der Olympischen Spiele in Japan auf nächstes Jahr. Dieser Punkt wird in der IAB-Erhebung allerdings nicht abgedeckt, da die Entscheidung darüber erst nach Abschluss der Befragung gefallen ist.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.