Snapshot | | von Christof Wadlinger

Weihnachtsgeschäft: Marketing-Profis prognostizieren Umsatzplus

Nach Auffassung von Medien- und Marketingentscheidern kann die Handelsbranche sich im laufenden Weihnachtsgeschäft nicht beklagen. Das besagt die gemeinsame Erhebung "Snapshot from the Chiefs of Marketing" von Roland Berger Strategy Consultants, Münchner Gespräche und W&V. Beteiligt an der Umfrage per Smartphone haben sich 67 der 500 Top-Marketingchefs und Creative Minds in Deutschland.

Gut zwei Fünftel der Marketing-Profis (42 Prozent) haben den Eindruck, dass sie Deutschen in Geschäften und im Internet so eifrig wie selten zuvor einkaufen und dass die vom Einzelhandelsverband HDE im Vergleich zu 2011 prognostizierten 1,5 Prozent Umsatzplus im Weihnachtsgeschäft deutlich übertroffen werden. Dabei haben die Einzelhändler nach drei Adventssamstagen soeben beklagt, dass bei Kundenfrequenz und Einnahmen noch Luft nach oben bestehe. Gerade vom dritten Adventswochenende habe man "deutlich mehr erwartet", werden Branchenvertreter zitiert.

Viele der befragten Marketingprofis können auch dies nachvollziehen: gut jeder Vierte (28 Prozent) vermutet, dass vom Kaufrausch nur der Online-Handel profitiere, wohingegen in den Geschäften weniger ausgegeben werde. Unterm Strich bleiben die Weihnachtsausgaben der Konsumenten demnach weitgehend gleich. Unter Berücksichtigung der Inflationsrate wird damit sogar weniger ausgegeben.

Gut jeder Fünfte Marketing-Profi (22 Prozent) hält den Zeitpunkt für eine Bilanz des Weihnachtsgeschäftes noch für zu früh. Immerhin steht noch ein Adventssamstag und die Umwandlung von Geldgeschenken in „harte“ Ware an. Die am Christbaum verschenkten Beträge kommen dem Handel allerdings frühestens in der Restwoche nach Heiligabend zugute. Erst in den kommenden Wochen wird sich also entscheiden, wie üppig die Bescherung für die Händler ausfällt.

Dass Hersteller und Handel die Kauflust mit mehr Werbung kurzfristig noch ankurbeln können, meinen nur drei Prozent der Befragten – die Kaufplanung dürfte demnach im Wesentlichen abgeschlossen sein, auch wenn noch nicht jeder alles beisammen hat. Fünf Prozent der Profis meinen hingegen auch, dass die Bedeutung des Weihnachtsgeschäftes generell überschätzt werde.

In Umfragen von Ernst & Young, Deloitte sowie der GfK hatten die Deutschen jeweils bekundet, dieses Jahr zu Weihnachten mehr Geld als 2011 auszugeben. Während der Einzelhandel, der üblicherweise eher zu Klagen neigt, sich zunächst zwei Adventswochen lang zufrieden geäußert hatte, sprach die Dachorganisation HDE zuletzt von einer eher schwachen Woche. Dank vieler Last-Minute-Käufer und zunehmender Beliebtheit von Geldgeschenken sei aber das Gesamtergebnis noch offen.

snaphot12
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