Godo Röben, Rügenwalder: "Die großen Hypes und Innovationen scheinen erstmal vorbei, jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen."
Godo Röben, Rügenwalder: "Die großen Hypes und Innovationen scheinen erstmal vorbei, jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen." © Foto:Rügenwalder

Jahresumfrage | | von W&V Online

Werbejahr 2016: Die Erwartungen der Marketer

Für Marketer ist Effizienz das Wort des Jahres 2016. An Hypes und Innovationen glauben sie nicht mehr so recht. In der großen Jahresumfrage des "Kontakter" geben Marketingverantwortliche einen Ausblick auf die Top-Themen und Trends im Jahr 2016.

Dabei antworten Sie auf folgende Fragen:

Was waren für Sie die Tops und Flops 2015?

Wo sehen Sie für die Branche und Ihr Unternehmen Wachstumschancen?

Wie werden sich die Budgets 2016 entwickeln, auch angesichts der anstehenden Fußballeuropameisterschaft in Frankreich und der Olympischen Spiele in Rio?

Welche Trends werden in diesem Jahr das Werbegeschäft beeinflussen?

Hier lesen Sie einen Auszug ihrer Antworten. Die vollständige Umfrage finden Sie in der aktuellen Ausgabe des "Kontakter".

Michael Tirpitz, Deutsche Bank, Direktor Marketing für Privat- und Firmenkunden

Michael Tirpitz, Deutsche Bank

Michael Tirpitz, Deutsche Bank

Gute Kommunikationsideen müssen wahrgenommen werden, überzeugen und berühren. Amazon Prime, Edeka, Vodafone, Mydays und Ford sind Kampagnen, die mir im Kopf geblieben sind.

Meiner Einschätzung nach werden die Budgets aufgrund der anstehenden Großereignisse im Sport nicht signifikant steigen. Die Medienallokation wird sich in den nächsten Jahren weiter zugunsten der mobilen Werbung verändern. Durch mögliche Realtime-Optimierung der Budgets ist eine Effizienzsteigerung der Kampagnen zu erwarten.

Der Trend wird deutlich in Richtung digitaler Kommunikation – Stichwort „Mobile first“ – gehen. Insbesondere Video-Werbung und Realtime-Advertising werden noch weiter an Bedeutung gewinnen. Es wird eine große Herausforderung sein, durchgängige Prozesse aufzusetzen.

Godo Röben, Rügenwalder Mühle, Geschäftsleiter Marketing & PR sowie Forschung & Entwicklung

Godo Röben, Rügenwalder Mühle

Godo Röben, Rügenwalder Mühle

Ganz ehrlich? Mein persönliches Highlight 2015 ist der große Erfolg unserer neuen vegetarischen Produkte. Gekrönt wurde dieses unglaubliche Jahr zusätzlich von den Auszeichnungen und Preisen, die unsere ganze Mannschaft bekommen hat – allen voran der GWA Gold Effie oder der Titel „CMO of the Year“.

Die Fußballeuropameisterschaft in Frankreich und die Olympischen Spiele in Rio haben keinen Einfluss auf unser Budget für 2016. Aber sicherlich müssen auch wir unsere Botschaften in einem werbeintensiven Sportjahr an den Mann und die Frau bringen.

Die großen Hypes und Innovationen scheinen erst einmal vorbei, jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen. Gerade in der neuen Medien- und Kommunikationslandschaft ist die ideale Aussteuerung unsere größte und zugleich stetige Herausforderung. Es geht um Effizienz.

Susan Smith Ellis, Getty Images, CMO

Susan Smith-Ellis, Getty Images

Susan Smith-Ellis, Getty Images

Der mobile Bereich stellt eine riesige Chance für unsere Branche dar. Über „Moment“, unsere App, veröffentlichen wir Anfragen und erhalten Inhalte von unseren kreativen Fotografen. Und im Zuge unserer Partnerschaft mit EyeEm setzen wir auf Inhalte aus Crowdsourcing.

Als offizielle Fotoagentur des IOC und UEFA-Partner werden wir bei beiden Sportveranstaltungen mit einem vollständigen Team von professionellen Sportfotografen präsent sein. Ziel unserer Marketingtätigkeiten wird es sein, die unglaublichen Bilder unserer Fotografen bestmöglich über all unsere Kanäle zu verbreiten.

Marken konzentrieren sich immer mehr auf Werte; gleichzeitig spielt bewusster Konsum für Verbraucher eine immer größere Rolle. Wir nennen diesen Trend „Devine Living“.

Godo Kraemer, s.Oliver, Director of Marketing

Godo Kraemer, S.Oliver

Godo Kraemer, S.Oliver

Die digitale Transformation dominiert das Modemarketing. Die Zielgruppe der Digital Natives gewinnt immer stärker an Bedeutung. Deren Stilikonen sind gehypte Werbegesichter wie zum Beispiel Cara Delevigne in der „Topshop at Zalando“-Kampagne oder Youtuber wie Daaruum oder DagiBee. Für mich ist Mobile Marketing das wichtigste Tool im digitalen Bereich – auch für 2016.

Wachstumschancen der Modebranche liegen eindeutig in einer klaren Umsetzung des Omni-Channel-Gedankens: In Zukunft werden sich interne, externe, stationäre und digitale Grenzen der Produktinszenierung auflösen.

Die Always-on-Kommunikation: Durch Globalisierung, Digitalisierung und Demokratisierung haben sich die Marketingaufgaben grundlegend verändert. Heute liegt ein großer Fokus auf der Konzeption von tagesaktuellem Content, der sowohl online als auch offline an allen Kunden-Touchpoints kommuniziert werden kann.

Henner Höper, Anheuser-Busch InBev, Marketingleiter

Henner Höper, Anheuser-Busch Inbev

Henner Höper, Anheuser-Busch Inbev

Wir haben 2015 mutig drei komplett neue Sorten für Beck’s gelauncht und sind dafür belohnt worden. Beck’s ist für uns wichtigster Treiber der Premiumstrategie in Deutschland. 62 Prozent der Konsumenten, die die neuen Sorten gekauft haben, sind Neukunden.

Die Zukunft des Biermarktes liegt im Bereich Premium. Es wird zwar insgesamt weniger getrunken, aber dafür sind die Leute bereit, mehr Geld auszugeben, um ein hochqualitatives Markenerlebnis zu haben.

Es gibt leider keinen direkten und unendlich ausbaubaren Zusammenhang zwischen Marketingspendings und Erfolg am Markt. Deshalb ist Wachstum nicht nur an aggressive Marketingspendings gekoppelt. Für uns ist Effizienz wichtig: Die Werbespendings für Beck’s liegen weit unter denen der direkten Konkurrenz.

Jens Thiemer, Mercedes-Benz, Vice-President Marketing

Jens Thiemer, Mercedes-Benz

Jens Thiemer, Mercedes-Benz

Tops gibt es dieses Jahr bei Mercedes-Benz richtig viele, Flops keine. Meine Highlights: Wir haben so viele Fahrzeuge wie niemals vorher in unserer Unternehmensgeschichte verkauft. Wir haben im Motorsport die Formel 1, die DTM, die Formel 3, die GT Masters und den GT WorldCup gewonnen. Und wir haben unsere neue Europa-Agentur Antoni eingearbeitet.

Die digitale Transformation wird im Marketing voranschreiten. Es wird zunehmend relevant, die individuelle Note hervorzuheben und passgenaue Angebote für Kunden ohne Aufdringlichkeit bereitzustellen. Gleichzeitig werden Adblocking und Do-Not-Track-Tools zur Herausforderung, aber nicht zur Bedrohung für digitales Marketing. Hier gilt es, mit inspirierendem Content Vertrauen aufzubauen und Begehrlichkeit zu schaffen.

Wir werden unsere Budgets weiterhin mit Augenmaß und Verstand zielgerichtet einsetzen.

Werbejahr 2016: Die Erwartungen der Marketer

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